19.04.2016 15:34 Alter: 2 yrs

2,4 Millionen für Forschung nach klimaresistenteren Kulturpflanzen

Der Klimawandel ist seit vielen Jahren Forschungsschwerpunkt an verschiedenen Fakultäten der Technischen Universität München. Am 14. April 2016 trafen sich Wissenschaft und Politik, um gemeinsam im Rahmen des Klimaprojekts „BayKlimaFit“ über die Herausforderungen der Zukunft zu sprechen. Dass das Thema eine entscheidende Rolle in der bayerischen Landespolitik besitzt, zeigt die Unterstützung der Regierung mit 2,4 Millionen Euro, bereitgestellt seitens des Umweltministeriums.

Auftaktveranstaltung und Fachtagung zum Projektverbund "BayKlimaFit" (Foto: TUM / U. Benz)

Bis Anfang 2019 sollen zentrale Fragen rund um das Thema Kulturpflanzen im Klimawandel durch den Projektverbund „BayKlimaFit“ erforscht werden. Die Auftaktveranstaltung fand am Donnerstag, den 14. April in der Münchener Residenz statt und wurde durch Staatsministerin Ulrike Scharf, sowie den Präsidenten der TUM Wolfgang A. Hermann eröffnet. Das koordinierende Bindeglied bildet der Lehrstuhl für Pflanzenzüchtung der Technischen Universität München, vertreten durch Prof. Dr. Chris-Carolin Schön. Zusammen mit den Lehrstühlen für Botanik -Prof. Dr. Erwin Grill - und Phytopathologie -Prof. Dr. Ralph Hückelhoven -, sowie anderen Universitäten und Kooperationspartnern aus ganz Bayern, befasst sich der Projektverbund mit drei Themenschwerpunkten.

Staunässe und Kälte – Anpassungsstrategien für Jungpflanzen an die Folgen des Klimawandels

Bayern verliert jährlich im Schnitt rund drei Tonnen Oberboden pro Hektar durch Wassererosion. Damit einher geht ein Verlust der Bodenfruchtbarkeit. Bedeutendste Auslöser von Bodenerosionen sind Starkregenereignisse vor allem im Frühjahr, die im Zuge des Klimawandels zunehmen werden. Durch eine erhöhte Toleranz von Kulturpflanzen gegenüber Kälte und Staunässe sowie Überflutung könnte eine gute Bodenbedeckung bereits im zeitigen Frühjahr sowie auf zu Staunässe neigenden Böden erreicht werden.

Symbionten und Schaderreger – Toleranz gegenüber Umweltstress in Zeiten des Klimawandels

Die Symbiose mit Bodenpilzen hat positive Effekte auf die Stressresistenz von Pflanzen und auf deren Phosphataufnahme. Eine derart verbesserte natürliche Nährstoffversorgung der Pflanze könnte zu einer spürbaren Verringerung des Düngebedarfs beitragen. Der durch den Klimawandel veränderte Temperatur- und Niederschlagsverlauf nimmt Einfluss auf das Auftreten von Krankheiten und Schädlingen bei Pflanzen. Im Idealfall sollen klimaangepasste Pflanzen auch unempfindlicher gegenüber Krankheitserreger sein.

Klimabedingte Hitzeereignisse und Trockenheit – Stressbewältigung durch Stoffwechselanpassung

Hitzestress durch hohe Temperaturen wird aufgrund des Klimawandels zukünftig auch in Bayern häufiger auftreten. Ebenso steigt das Risiko für Trockenstress durch eine Veränderung des Niederschlagsmusters. Zudem können Trocken- und Hitzestress gleichzeitig auftreten. Bei vielen Pflanzen ist bekannt, wie sie effektiver Wasser nutzen oder Wasser besser aufnehmen. Durch die Aufklärung von molekularen Zusammenhängen sollen die erwünschten Eigenschaften zukünftig schneller in Kulturpflanzen eingekreuzt werden können.

Erkenntnisse fließen direkt in die Bayerische Klima-Anpassungsstrategie ein

Die Herausforderung der Bayerischen Klima-Anpassungsstrategie ist eine Vorbereitung auf die Folgen des Klimawandels. Handlungskonzepte bilden Orientierungspfeiler für Extremereignisse, wie Überflutungen, aber auch regional anwendbare Pläne für den zukunftsorientierten Wald- und Feldbau. Ziel ist es Mechanismen zu finden, die die Anpassung von Pflanzen an den Klimawandel und den daraus resultierenden Umweltbedingungen erlaubt.

 

Kontakt:
Dr. Ute Wiegand
Technische Universität München
Lehrstuhl für Pflanzenzüchtung
Liesel-Beckmann-Str. 2
85354 Freising
E-Mail: ute.wiegand[at]tum.de
Tel. +49 8161 71 5226


Internetseite des BayKlimaFit