12.01.2017 13:10 Alter: 2 yrs

Neujahrsempfang 2017: Motto „Gestalten, nicht verwalten“ soll das neue Jahr am Campus prägen

Fakultätsmitgliedern, Hochschulvertretern und Freunden des Wissenschaftszentrums Weihenstephan (WZW) der Technischen Universität München (TUM) öffnete Dekan Prof. Thomas Becker am 11. Januar 2017 die Türen: In feierlicher Atmosphäre blickte er beim traditionellen Neujahrsempfang auf ein erfolgreiches 2016 für den Life Science-Campus der TUM zurück. Ins neue Jahr startet er mit viel Elan – und stellt weitere bauliche und inhaltliche Unterstützung für Forschung und Lehre in Aussicht.

Die drei „Neuen“ am WZW heißen (v.l.n.r.) Prof. Julijana Gjorgjieva („Computational Neurosciences”, seit 1.9.2016), Prof. Ilona Grunwald Kadow („Neuronale Kontrolle des Metabolismus“, seit 1.1.2017) und Prof. Barbara Treutlein („Single Cell Genomics”, seit 1.9.2016) und bereichern nun das Professorenkollegium des WZW. (Foto: Nora Endrich/TUM)

Die drei „Neuen“ am WZW heißen (v.l.n.r.) Prof. Julijana Gjorgjieva („Computational Neurosciences”, seit 1.9.2016), Prof. Ilona Grunwald Kadow („Neuronale Kontrolle des Metabolismus“, seit 1.1.2017) und Prof. Barbara Treutlein („Single Cell Genomics”, seit 1.9.2016) und bereichern nun das Professorenkollegium des WZW. (Foto: Nora Endrich/TUM)

WZW-Dekan Prof. Thomas Becker blickte zuerst stolz auf die vergangenen Highlights zurück. So hatten sich etwa bei der internationalen Konferenz "SER 2016" über 300 Renaturierungsökologen aus ganz Europa zum Gipfeltreffen in Freising versammelt. Bei den 2016 eingeworbenen neuen Forschungsprojekten hob Becker zwei heraus: Den Projektverbund "BayKlimaFit" unter Koordination des WZW, welcher 2,4 Millionen für Forschung zu klimaresistenteren Kulturpflanzen vom bayerischen Umweltministerium erhalten hat, sowie das paneuropäische Netzwerk "FoodConnects - EIT Food" - mit 400 Millionen Euro Dotierung und sieben Jahren Laufzeit das bisher größte Verbundprojekt am Standort Freising. Unter TUM-Führung erforschen darin 50 Partner aus 13 Ländern, wie die Menschen in Europa zukünftig mit sicheren und nachhaltig produzierten Lebensmitteln versorgt werden können.

Großgeräte-Offensive für Forschung am Puls der Zeit

Dass der Life Science-Campus der TUM "in der ersten Liga der Forschung" spiele, sei auch an den erfolgreichen Großgeräte-Anträgen zu ermessen, so Becker. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft sagte der Fakultät in 2016 eine Unterstützung zum Erwerb eines konfokalen Laser-Scanning-Mikroskops im Wert von 1 Million Euro sowie einer Hightech-Klimakammer zur labormäßigen Untersuchung von Pflanzen zu. Diese Neuanschaffungen stehen künftig den Forscherinnen und Forschern des WZW zur Verfügung und werden - zusammen mit den bereits am Standort befindlichen Großgeräten - den Wissensvorsprung und die Expertise am Campus weiter stärken.

Studentische Sieger bei Forschungs-WM

Auch um den forschenden Nachwuchs braucht sich niemand Sorgen zu machen, denn "wir sind Weltmeister", sagte der Dekan: Bei der akademischen Weltmeisterschaft auf dem Gebiet der Synthetischen Biologie "iGEM" hat ein Studierenden-Team der beiden Münchner Universitäten im November unter 300 Teams aus 40 Ländern den ersten Platz in der Kategorie "Overgraduate" belegt. Die Studierenden haben unter Leitung von Professor Arne Skerra vom WZW-Lehrstuhl für Biologische Chemie ein neuartiges Verfahren entwickelt, um mithilfe eines 3D-Druckers lebendes Gewebe herzustellen. Ihre Idee könnte das wachsende Problem fehlender Spenderorgane in der Transplantationsmedizin lösen helfen. Nach einer kurzen Vorstellung des Projekts gratulierte Dekan Becker einem Teil des Teams im Rahmen des Neujahrsempfangs persönlich.

Start voller Elan ins neue Campus-Jahr

Thomas Becker ist seit 1. Oktober 2016 im Amt und voller Energie gestartet: "Ich habe meine Amtszeit mit dem Motto 'gestalten, nicht verwalten' angetreten. Meine Amtsvorgängerin, Angelika Schnieke, hat ja bereits begonnen, die Ergebnisse aus der Fakultätsevaluierung umzusetzen. Ich möchte dies mit Schwung weiter vorantreiben sowie alles und alle unterstützen, die uns ebenfalls noch weiter voranbringen." Für 2017 stellte er unter Anderem eine Umgestaltung des studienkoordinierenden Campus Offices, den weiteren Ausbau der forschungsunterstützenden "Core Facilities" und eine aktive Unterstützung von Forschungsprojekten mit Fakultätsmitteln schon in der Antragsphase in Aussicht. Diese Maßnahmen sollten Forschung und Lehre am WZW noch effizienter machen.

Steigerung des Frauenanteils im Professorenkollegium

Wie jedes Jahr stellten sich die Neuberufenen vor - diesmal ausschließlich Frauen, alle auf Tenure Track-Positionen für herausragende junge Forscherinnen und Forscher. Zum 1. September 2016 haben Ph.D. Julijana Gjorgjieva ("Computational Neurosciences") und Dr. Barbara Treutlein ("Single Cell Genomics") ihre Professuren am WZW angetreten. Es sind die zwei ersten Stellen am WZW, die in der neuartigen Form "MaxPlanck@TUM" als Kooperation mit der Max Planck-Gesellschaft realisiert wurden: Gjorgjieva und Treutlein haben somit eine Tenure Track-Professur am Campus Weihenstephan und leiten parallel eine Forschungsgruppe am thematisch dazu passenden Max-Planck-Institut in Frankfurt/Main bzw. in Leipzig. Seit 1. Januar 2017 ist auch Dr. Ilona Grunwald Kadow an Bord: Auch ihre Tenure Track-Professur "Neuronale Kontrolle des Metabolismus" wurde neu geschaffen.

In den Ruhestand verabschiedet wurde der Akademische Direktor Dr. Wolfgang Schwarz nach über 30 Jahren erfolgreicher Forschungs- und Lehrtätigkeit am TUM-Lehrstuhl für Mikrobiologie.

Ehrung für beste Master-Absolventen 2015/16

Schließlich zeichnete Freisings OB Tobias Eschenbacher die sechs besten WZW-Absolventinnen und Absolventen mit dem "Preis des Oberbürgermeisters der Stadt Freising" aus. Dieser wird jährlich für die jeweils besten Masterarbeiten aller Studienfakultäten vergeben und ist mit je 250 Euro dotiert. Die Sieger im Studienjahr 2015/16 sind Johanna Ortner (Studienfakultät Agrar- und Gartenbauwissenschaften), Marcel Dann (Studienfakultät Biowissenschaften), Stefan Schmideder (Studienfakultät Brau- und Lebensmitteltechnologie), Dorothy Meyer (Studienfakultät Ernährungswissenschaft), Anne Klama (Studienfakultät Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement) sowie Katharina Christenn (Studienfakultät Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung). Alle sechs Arbeiten wurden jeweils mit der "Traumnote" 1,0 bewertet.

Anschließend kamen Freunde und Angehörige des WZW bei musikalischer Untermalung durch das Weihenstephaner Musikensemble miteinander ins Gespräch. Das speziell für den Neujahrsempfang gebraute Festbier kam dabei natürlich aus der TUM-eigenen Forschungsbrauerei: Ehrensache für Dekan Becker, der im Hauptberuf den Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie am Wissenschaftszentrum Weihenstephan leitet.

Redaktion: Jana Bodicky