03.04.2009 22:19 Age: 9 yrs

Nutrigenomics: Tracking down the appetite of the genes

Diet recommendations are all the rage. Magazine covers and TV commercials herald instant slimness – and lately even health through eating. Since nutrition plays a significant role in the development of diabetes, cardiovascular disease and tumors, it stands to reason that it can also protect us from these diseases. The Nutritional physiologist Prof Hannelore Daniel at the Technische Universität München is researching the decisive mechanisms at work, from the cell to the plate.

The right nutrition is also depending on our genes. (Copyright: BLE, Bonn/ Dominic Menzler)

The right nutrition is also depending on our genes. (Copyright: BLE, Bonn/ Dominic Menzler)

Molecular structure of the soy isoflavone. (Quelle: Hannelore Daniel/TUM)

Molecular structure of the soy isoflavone. (Quelle: Hannelore Daniel/TUM)

Rund 99 Prozent der Gene jedes Menschen sind identisch. Und doch sind wir alle verschieden. Nicht nur im äußeren Erscheinungsbild: Auch unser Stoffwechsel funktioniert ganz individuell, jeder Körper passt sich anders an die Ernährung an. Mit diesem Zusammenhang zwischen Ernährung und genetischer Veranlagung beschäftigt sich die Nutrigenomik. Dazu analysieren Forscher die Genvariationen im Erbgut und die molekularen Anpassungsmechanismen des Stoffwechsels auf eine Diät. Damit soll es in Zukunft zum Beispiel möglich sein, für jeden einzelnen Menschen die ideale Ernährungsweise zum Gesundbleiben zu bestimmen.

Vordenkerin der Nutrigenomik in Deutschland ist Prof. Hannelore Daniel vom Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie der Technischen Universität München (TUM). Sie erforscht zusammen mit ihrem Team sowohl die Wirkungen von einzelnen Inhaltsstoffen der Nahrung auf die Genexpression als auch die sich daraus ergebenden Veränderungen im menschlichen Stoffwechsel. Viele Studien werden von ihr in enger Kooperation mit Partnern in anderen europäischen Ländern durchgeführt. In einem dieser Projekte untersuchten die Forscher, ob östrogenartige Pflanzenhormone wie Isoflavone Frauen in den Wechseljahren vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen.

Durch die geringere Östrogenproduktion nach der Menopause haben Frauen ein erhöhtes Herzinfarkt- und Arterioskleroserisiko. Isoflavone sind unter anderem in Soja enthalten und werden seit einigen Jahren in Form von Nahrungsergänzungsmitteln angeboten, ohne dass die Wirkung bisher wissenschaftlich belegt war. Dieser Nachweis ist dem Team um Prof. Daniel gelungen: Die Forscher konnten zeigen, dass der zusätzliche Verzehr von Soja-Isoflavonen die Bildung von Eiweißbausteinen im Blut fördert, die wichtig für den Schutz der Blutgefäße vor Entzündungen und damit für die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind.

Prof. Daniel ist davon überzeugt, dass es in den nächsten zehn Jahren gelingen wird, die Individualität des menschlichen Stoffwechsels und seine Antwort auf die Ernährung umfassend zu charakterisieren und zu verstehen. So könnten Ernährungsforscher in Zukunft Risikogruppen identifizieren, die etwa eine erhöhte Anfälligkeit für Herzinfarkt oder Diabetes haben und die von einer individualisierten Ernährungsberatung oder gar von spezifischen Nahrungsergänzungsmitteln profitieren würden.

Die Akzeptanz einer solch genombasierten Ernährung scheint hoch: „Zwei Umfragen haben ergeben, dass 60 bis 70 Prozent der Befragten bereit wären, genetische Informationen für eine individualisierte Ernährungsberatung preiszugeben“, stellt Prof. Daniel fest. Auch wenn die maßgeschneiderte Ernährung noch Zukunftsmusik ist: Die Nutrigenomik liefert schon heute täglich neue Einblicke in das komplexe Wechselspiel des menschlichen Genoms mit seiner Ernährungsumwelt.


Kontakt:
Technische Universität München
Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie
Prof. Dr. Hannelore Daniel
85350 Freising - Weihenstephan
Tel: 08161 / 71 3400
E-Mail: daniel[at]wzw.tum.de
http://www.wzw.tum.de/nutrition


Hintergrund:
Mehr zur Nutrigenomik finden Sie auf der Website des Europäischen Netzwerks der Exzellenz für Nutrigenomik (www.nugo.org). Prof. Daniel hat dieses Netzwerk mit 22 Partnern aus 13 Ländern und mehr als 300 Wissenschaftlern mitbegründet.