21.12.2016 23:19 Alter: 1 year

Thurn und Taxis Förderpreis 2016 geht an die TUM

Der Thurn und Taxis Förderpreis für die Forstwissenschaft ging für das Jahr 2016 an Dr. Christian Schunk, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Ökoklimatologie der Technischen Universität München (TUM). Überreicht wurde die Auszeichnung am 15. Dezember von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis sowie von Prof. Michael Suda, Studiendekan der TUM-Studienfakultät Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement auf Schloss St. Emmeram in Regensburg.

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis überreicht Dr. Christian Schunk / TUM den Thurn und Taxis Förderpreis für die Forstwissenschaft 2016  (Bild: Christoph Josten / Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan)

Fürstin Gloria von Thurn und Taxis überreicht Dr. Christian Schunk / TUM den Thurn und Taxis Förderpreis für die Forstwissenschaft 2016 (Bild: Christoph Josten / Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan)

Christian Schunk beschäftigt sich an der TUM mit der Waldbrandgefahr in Bayern und im Alpenraum. Der mit 6.000 Euro dotierte Preis wurde ihm für seine Promotion verliehen, welche an der Professur für Ökoklimatologie durchgeführt wurde und die Abschätzung der Waldbrandgefahr im Alpenraum vor dem Hintergrund des bisherigen und zukünftigen Klimawandels erforscht.

In seiner Promotion analysiert er bisherige Waldbrandindizes im Alpenraum und liefert Verbesserungsvorschläge. Tatsächlich sind Waldbrände dort manchmal schlecht vorhersehbar: „Eigentlich brennt es sehr selten in den bayerischen Alpen - aber wenn, dann relativ drastisch“, erklärt Schunk. Einige dieser Brände entstehen zu untypischen Zeitpunkten, wie etwa das Feuer am Sylvensteinspeicher im Herbst 2011. Trotz der späten Jahreszeit kam es hier zur Zerstörung von 14 Hektar Waldfläche. Schunk fand in seiner Arbeit heraus, dass alpine Waldbrandgefahren nur mit Hilfe von zeitlich hochaufgelösten Messungen und Waldbrandindizes sowie mit Messstationen in den für Bergwald relevanten Höhenlagen korrekt abgeschätzt werden können. Ersteres ist in Deutschland der Fall; zur Verbesserung der Gefährdungsabschätzung sollen in Zukunft auch die Stationen des Bayerischen Lawinenwarndienstes in das Messnetz des Deutschen Wetterdienstes integriert werden.

Schunk leistete mit seiner Forschung einen wichtigen Beitrag für eine verbesserte Waldbrandprognose in Mitteleuropa und damit für die Anpassung an vermehrte und intensivere Extremereignisse im Zuge des Klimawandels. Neben Veröffentlichungen in einschlägigen Fachzeitschriften gelang es ihm, seine Forschungsergebnisse durch Beiträge in Radio und Fernsehen auch einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und somit zum Wissenstransfer in die Gesellschaft beizutragen.

Christian Schunk freut sich sehr über seine Auszeichnung: „Der Thurn und Taxis Förderpreis nimmt mit seinem Fokus auf der Forstwissenschaft eine besondere Rolle im deutschsprachigen Raum ein. Während meiner Studienzeit an der TUM hatte ich als Gast an einer der Preisverleihungen teilgenommen - jetzt selbst Preisträger zu sein, ist eine ganz besondere Ehre.“

 

Über den Thurn und Taxis Förderpreis für die Forstwissenschaft:
Mit dem 1978 gestifteten Thurn und Taxis Förderpreis für die Forstwissenschaft sollen nach dem Willen des Stifters, S.D. Johannes Fürst von Thurn und Taxis, junge Akademiker ausgezeichnet werden, die sich durch hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Forstwissenschaften hervorgetan haben. Jedes Jahr ehrt das Preiskuratorium einen außergewöhnlichen Nachwuchswissenschaftler einer in- oder ausländischen forstwissenschaftlichen Fakultät oder Forschungsanstalt.