27.06.2008 11:19 Alter: 10 yrs

8. Hochschultag des WZW: Preise des Oberbürgermeisters der Stadt Freising

Bürgermeister Dieter Thalhammer verleiht am 8. Hochschultag des Wissenschaftszentrums Weihenstephan (WZW) die Preise des Oberbürgermeisters der Stadt Freising. Ausgezeichnet werden dabei am Vormittag des 27. Juni die besten Diplom- oder Masterarbeiten, die an den sechs Studienfakultäten des WZW entstanden sind.

Studienfakultät Agrar- und Gartenbauwissenschaften

Den Preis erhält Dipl.agr.ing. Corina Weis. Sie absolvierte den Diplomstudiengang Gartenbauwissenschaften. Ihre Diplomarbeit „Untersuchung der Rolle von BAX-INHIBITOR-1-ähnlichen Zelltod-Regulatorengenen in der Interaktion von Gerste und Arabidopsis thaliana mit verschiedenen phytopathogenen Pilzen“ wurde mit der Note 1,0 bewertet.

Zelltodregulation ist von zentraler Bedeutung in der Interaktion von Pflanzen mit ihrer belebten und unbelebten Umwelt. Frau Weis konnte verschiedene Mitglieder der Genfamilie in Gerste nachweisen und eine Krankheitserreger-stimulierte Genaktivität zeigen. Darüber hinaus zeigte sie erstmalig eine Funktion der Proteine in der Modellpflanze Arabidopsis thaliana, wo das Gen in der Resistenz gegen Zelltod-auslösende Erreger notwendig scheint. Gleichzeitig sind die Gene aber in die Anfälligkeit gegen Erreger involviert, die sich aus lebendem Pflanzengewebe ernähren. Frau Weis zeigte, dass diese Funktion in Gersten- und Arabidopsis-Proteinen beibehalten ist. Die Arbeit stellr eine Grundlage für weitere genetische Untersuchungen in Arabidopsis dar und hat darüber hinaus Bedeutung für unser Verständnis der Interaktion von Kulturpflanzen mit Krankheitserregern unterschiedlicher Lebensweise.


Studienfakultät Biowissenschaften

Den Preis erhält Frau Yasmine Aguib. Ihre experimentelle Masterarbeit „Studien zur Empfänglichkeit von neuroendokrinen Zellen für die Prion-Infektion“ im Studiengang Molekulare Biotechnologie wurde ebenfalls mit der Note 1,0 bewertet.

Frau Aguib wählte für ihre Arbeit ein anspruchsvolles und aktuelles Thema zur Problematik der Infektion mit Prionen - also der Erreger-Klasse, aus der auch der Erreger des Rinderwahnsinns kommt. Frau Aguib eignete sich in kürzester Zeit ein beeindruckendes Spektrum an experimentellen Methoden an und führte selbständig sehr schwierige und anspruchsvolle Versuche durch. Dabei ließ sie sich auch von experimentellen Fehlschlägen nie aus der Ruhe bringen, sondern wandte geschickt und zielstrebig alternative experimentelle Strategien an. Daraus resultiert, dass sie bereits jetzt auf drei Autorenschaften bei wissenschaftlichen Publikationen sowie erfolgreiche Stipendienvergaben verweisen kann.

Auch persönlich ist Frau Aguib weit überdurchschnittlich engagiert. Sie machte sich in großem Umfang für ihre Mit-Studenten und ihre Universität stark, sowie für den studentischen und wissenschaftlichen Austausch - insbesondere mit ihrem Heimatstaat Ägypten. So nahm sie an zahlreichen Seminaren mit dem Weltverband deutscher Auslandsschulen, dem DAAD und dem Pädagogischem Austauschdienst teil, um den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen der westlichen und der arabischen Welt zu fördern. Es ist ihr erklärtes Ziel, eine Austausch-Plattform für Wissenschaft und Forschung zwischen Deutschland und Ägypten zu etablieren.

Studienfakultät Brau- und Lebensmitteltechnologie

Hier erhält Dipl.-Ing. Iris Schmitz den Preis. Im Rahmen ihres deutsch-französischen Doppeldiplomstudiengangs „Technologie und Biotechnologie der Lebensmittel“ hat sie ihre mit 1,0 bewertete Abschlussarbeit zum Thema “Agglomeration von Pulvern während der Zerstäubungstrocknung“ geschrieben.

Frau Schmitz hat in ihrer Diplomarbeit neue Erkenntnisse gewonnen, die genutzt werden können, um flüssige Lebensmittel-Vorprodukte effizient zu gut fließfähigen Pulvern zu trocknen. Bei der Zerstäubungstrocknung handelt es sich um ein in der Lebensmittelindustrie weit verbreitetes Verfahren zum schnellen und schonenden Trocknen, dem oft eine Agglomerationsphase in einem Wirbelschichttrockner nachgeschaltet ist. Diese Agglomeration erhöht die Partikelgröße und verbessert so die Fließeigenschaften des Pulvers. Ziel der Arbeit war, Bedingungen des Trocknungsprozesses zu identifizieren, bei denen eine kontrollierte Agglomeration unter Rückführung von Feingut in den Sprühturm möglich ist. Frau Schmitz hat in ihren Experimenten wichtige Ergebnisse erzielt, um optimale Trocknungsbedingungen einzustellen. Auch konnte sie die Bereiche im Sprühturm ermitteln, an denen eine Agglomeration durch Feingutrückführung besonders günstig und kontrolliert verläuft.

Studienfakultät Ernährungswissenschaft

Auch diesen Preis erhält eine Frau: Christiane Becker, die den Masterstudiengang Ernährungswissenschaft absolviert hat, wird für ihre mit 1,0 benotete Abschlussarbeit „Expression immunrelevanter Gene unter Deoxynivalenol (DON)“ geehrt.

Deoxynivalenol (DON) gehört zu den in Nahrungsmitteln am weitesten verbreiteten Schimmelpilzgiften. Frau Christiane Becker hat in technisch schwierigen Experimenten nachgewiesen, dass die chronische Exposition  gegenüber praxisrelevanten DON-Konzentrationen in der Nahrung bei Schweinen zu einer signifikanten Erniedrigung der Expression immunologisch bedeutender Zytokine führt. Dies ist insofern von Bedeutung, als dass derart niedrige Konzentrationen keine offensichtlichen Vergiftungssymptome wie Futterverweigerung oder Erbrechen hervorrufen. Dennoch beeinflussen diese den Ablauf immunologischer Vorgänge negativ, wodurch z.B. die Manifestation von Infektionskrankheiten begünstigt werden kann. Das methodische Vorgehen und die damit erzielten Ergebnisse sind richtungsweisend für die toxikologische Bewertung von DON und anderen Schimmelpilzgiften.

Studienfakultät Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement

Der Preis geht an Dipl.-Forstingenieur Jochen Dieler. Seine Diplomarbeit „Fichten-Solitärversuch "Soonwald" im Hunsrück. Bestandesentwicklung, Einzelbaumeffizienz und Holzqualität“ wurde ebenfalls mit der Note 1,0 bewertet.

Jochen Dieler präsentierte in seiner Arbeit in exzellenter Weise die ökologischen und waldwachstumskundlichen Grundlagen zum Wachstum und zur Holzqualität unserer ökonomisch wichtigsten Waldbaumart, der Fichte. Er konnte unter Anwendung eines ungewöhnlich breiten Methodenspektrums gänzlich neue und essentiell praxisrelevante Ergebnisse zur Standraumökonomie und zur Bildung wachstumsbedingter Holzrisse erarbeiten, welche in Zukunft Eingang in die Durchforstungskonzepte der Fichte finden werden. Dadurch liefert seine Arbeit einerseits wissenschaftlich interessante und neue Ergebnisse, erbringt aber andererseits auch den enorm wichtigen Brückenschlag zur praktischen Anwendung.

Studienfakultät Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung

Diesen Preis erhält der Landschaftsarchitekt Dipl.-Ing. Andreas Rene Dittrich. Seine Diplomarbeit „brandscape. Neue Landschaften zwischen Energieproduktion und Markenbildung“ wurde mit der Note 1,7 bewertet.

Herr Dittrich stellte sich in seiner Arbeit dem hochaktuellen Problem, wie Kulturlandschaften künftig aussehen werden - und vor allem aussehen könnten, wenn in ihnen großflächig überwiegend Pflanzen zur Biomasseproduktion angebaut werden. Er entwickelte aus den verschiedenen Energiepflanzen, Anbaumethoden sowie der räumlichen Infrastruktur eines regionalen Biomass-to-Liquid (BtL) Verfahrens ein Repertoire zur räumlichen Gestaltung, eine innovative „Sprache der Landschaft“. Dabei arbeitete er systemübergreifend und verband Entwurfstechniken mit Geografischen Informationssystemen (GIS).