05.02.2013 10:59 Alter: 6 yrs

Neue EU-Studie: Verbessern personalisierte Ernährungsempfehlungen die Gesundheit?

„Personalisierte Ernährung“ – das sind maßgeschneiderte Empfehlungen für eine gesunde Ernährungsweise, die auf individuellem Lebensstil, Stoffwechsel und Erbanlagen basieren. Forscher aus 13 Nationen, unter ihnen auch der TUM-Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie am Wissenschaftszentrum Weihenstephan, fragen jetzt in der internetbasierten Studie „Food4Me“europaweit: Bis zu welchem Grad ist personalisierte Ernährung überhaupt möglich – und kann sie wirklich den Lebensstil beziehungsweise die Gesundheit verbessern?

Die Auswahl an Lebensmitteln ist riesig - doch welcher Mix optimal ist, könnte von Mensch zu Mensch verschieden sein. (Bild: iStockphoto.com)

Derzeitige Empfehlungen für eine gesunde, ausgewogene Ernährung sind nicht individuell, sondern auf die Gesamtbevölkerung oder bestimmte Bevölkerungsgruppen ausgelegt. Sie verfolgen dabei mit der Lebensmittelauswahl die Zufuhr ausreichender Mengen an Nährstoffen und ein insgesamt gesundheitsförderliches Ernährungsverhalten. Doch so wie Menschen verschieden sind, mag auch die optimale Ernährung des Individuums unterschiedlich sein - je nachdem wie groß, schwer oder aktiv der Mensch ist, welche Nahrungsmittel er bevorzugt und welche Erbanlagen er hat. Solche speziell zugeschnittenen Empfehlungen will die „personalisierte Ernährung“ liefern. Doch was die faszinierende Idee in der Umsetzung wirklich bringt, ist bisher ungeklärt.

Das internationale Forschungsprojekt „Food4Me“ will hier, von der Europäischen Kommission gefördert, Licht ins Dunkel bringen. Das Ziel: Eine umfassende Analyse zur Frage, was personalisierte Ernährung leisten kann und was die Konsumenten von ihr erwarten. Beteiligt an dem Großprojekt sind insgesamt 27 Partner aus 13 Nationen, unter anderem auch der Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie der Technischen Universität München (TUM). Lehrstuhlinhaberin Prof. Hannelore Daniel erläutert: „Food4Me evaluiert unter anderem verschiedene Technologien zur Erfassung von Gesundheitsparametern des Körpers sowie zur dezentralen Phäno- und Genotypisierung. Natürlich stehen dahinter auch Fragen, ob beziehungsweise inwieweit individualisierte Empfehlungen vom Konsumenten eher umgesetzt werden als allgemein gültige Empfehlungen“.

Food4Me ist eine europaweite Studie mit insgesamt rund 1.300 Teilnehmern, davon 190 aus Deutschland. Diese erhalten spezifische Ernährungsempfehlungen, basierend auf ihren individuellen Angaben zur Ernährung, Blutparametern wie Cholesterin- oder Zuckerwerten, ihrem genetischen Hintergrund und ihrer sportlichen Aktivität. Verglichen werden diese auf unterschiedlichen Ebenen mit einer Kontrollgruppe ohne individuelle Empfehlungen. Die TUM rekrutiert derzeit Personen aus ganz Deutschland, Interessenten können sich unter www.food4me.org informieren und registrieren. Die Projektlaufzeit für die Teilnehmer beträgt sechs Monate, alle Materialien werden ihnen über einen gesicherten Server im Internet oder per Post zugestellt; ein persönliches Erscheinen im Studienzentrum ist daher nicht notwendig.

Kontakt:
Prof. Dr. Hannelore Daniel
Technische Universität München
Lehrstuhl für Ernährungsphysiologie
T: +49.8161.71.2329
E: food4me[at]tum.de
W: http://www.wzw.tum.de/nutrition