03.06.2015 10:16 Alter: 3 yrs

SFB 924 geht mit 10 Millionen Euro in die Verlängerung

Seit 2011 untersuchen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen unter der Leitung der Technischen Universität München (TUM) die molekularen Mechanismen, die bei Pflanzen für ertragsrelevante Eigenschaften wie Befruchtungserfolg oder Schädlings- und Trockenresistenzen verantwortlich sind. Mit den Ergebnissen aus dem „Sonderforschungsbereich 924“ (SFB 924) könnte die Pflanzenzüchtung künftig deutlich beschleunigt werden. Die Förderung mit circa 10 Millionen Euro durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wurde nun um vier Jahre verlängert.

Normaler Maiskolben (links) und Maiskolben (rechts), bei dem die Bildung eines im Rahmen des SFB924 identifizierten Regulators der Befruchtung unterdrückt wurde. (Bild: Thomas Dresselhaus / Universität Regensburg)

Der Klimawandel und eine rasant wachsende Weltbevölkerung stellen auch die Landwirtschaft und die Pflanzenzüchtung vor große Herausforderungen. Um die Versorgung mit Nahrungsmitteln gewährleisten zu können, werden immer leistungsstärkere und gleichzeitig widerstandsfähigere Pflanzen benötigt. Doch die traditionelle Züchtung braucht oft viele Jahre, mehrere Anläufe und aufwendige Feldversuche, bis sich zeigt, ob neue Sorten die gewünschten Eigenschaften haben – oder eben nicht.

Dieser Prozess kann beschleunigt werden, wenn die biologischen Vorgänge und Zusammenhänge auf molekularer Ebene verstanden sind, die zu den gewünschten Eigenschaften beitragen. Genau dieses molekulare Verständnis zu erarbeiten ist das Ziel des „Sonderforschungsbereichs 924“: Sie untersuchen die molekularen Mechanismen, die darüber entscheiden, wie stabil eine Pflanze wird, ob sie gegen bestimmte Schädlinge resistent ist und wie gut sie mit Trockenheit umgehen kann.

Die Wissenschaftler arbeiten in den 20 Einzelprojekten mit der schnell wachsenden und gut untersuchten Modellpflanze Arabidopsis thaliana (Ackerschmalwand), aber auch mit Mais, Gerste, und Tomate. Die Erkenntnisse aus diesen Pflanzen sollen später auf andere Pflanzen übertragbar sein. Hierzu ist es notwendig, die Gene für die Schlüsselregulatoren ausgewählter Prozesse zu identifizieren und deren Funktion und Diversität bei Pflanzen zu kennen. Das Wissen über diese Schlüsselgene liefert dann die Grundlage für eine genombasierte Züchtung: Die Züchter können neue Pflanzensorten künftig anhand von Genom-/DNA-Sequenzen auf das Vorhandensein gewünschter Eigenschaften testen, diese Eigenschaften gezielter kombinieren und aufwändige Feldversuche durch molekulare Studien zumindest partiell ersetzen.

Am SFB 924 „Molecular mechanisms regulating yield and yield stability in plants”  sind neben der TU München auch die Universität Regensburg, die Ludwig-Maximilians-Universität München und das Helmholtz Zentrum München beteiligt. Sprecher des Forschungsverbundes ist Prof. Claus Schwechheimer, Leiter des TUM-Lehrstuhls für Systembiologie der Pflanzen. Das Forschungsvorhaben wurde 2011 von der DFG bewilligt und wird jetzt mit weiteren 10 Millionen Euro um vier Jahre verlängert.

Die Sonderforschungsbereiche der DFG gehören zu den wichtigsten Forschungsförderprogrammen Deutschlands. Sie ermöglichen innovative, anspruchsvolle, interdisziplinäre und langfristig angelegte Forschungsvorhaben, mit einer Gesamtförderdauer von bis zu 12 Jahren.


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