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17.07.2013

Wissenschaftspreis Weihenstephan der Stadt Freising 2013: TUM gewinnt mit Systembiologie und Parkinson-Forschung

Weiblicher Erfolg im Doppelpack für das Wissenschaftszentrum Weihenstephan (WZW) der Technischen Universität München (TUM): Beim heuer zum dritten Mal verliehenen "Wissenschaftspreis Weihenstephan der Stadt Freising", der mit insgesamt 20.000 Euro dotiert ist, wurden zwei TUM-Forscherinnen vom Campus Weihenstephan ausgezeichnet. Die eine erforscht als Molekularbiologin zusammen mit einem französischen Partner das pflanzliche Ubiquitin-System, die andere hat gemeinsam mit einem italienischen Partner neue Perspektiven für die Behandlung der Parkinson-Erkrankung gefunden.


Preisträgerteam 1: Dr. Erika Isono, Freising und Dr. Pascal Genschik, Strasbourg (Bild: Stadt Freising)

Preisträgerteam 2: Dr. Nilima Prakash, Freising und Prof. Dr. Antonio Simeone, Neapel (Bild: Stadt Freising)

Die beiden binationalen Gewinnerteams nach der Preisverleihung mit Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher (Bild: Stadt Freising)

Das deutsch-französische Forscherduo Dr. Erika Isono (Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TUM, Freising) und Dr. Pascal Genschik (Institut de la Biologie Moleculaire de Plantes, Strasbourg) erhält insgesamt 10.000 Euro für seine Verdienste um die Erforschung des Ubiquitin-Systems bei Pflanzen. Dabei handelt es sich um ein proteinbasiertes Zell-Regulationssystem, das alle Lebewesen mit Zellkern besitzen. Es erlaubt den Zellen unter anderem, bestimmte Proteine gezielt abzubauen oder zu verändern, um auf diese Weise essentielle Wachstums- und Entwicklungsprozesse zu regulieren. Welche Prozesse das bei Pflanzen genau sind, und welche molekularen Mechanismen jeweils dahinterstecken, wollen Isono und Genschik als Grundlagenforscher ganz genau wissen: Sie haben in der vergangenen Dekade daher maßgebliche Beiträge zur Erforschung der zugrundeliegenden biochemischen und zellbiologischen Prozesse geleistet.

Weitere 10.000 Euro teilen sich Dr. Nilima Prakash (Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TUM, Freising) und Prof. Dr. Antonio Simeone (Istituto di Genetica e Biofisica A. Buzzati-Traverso del Consiglio Nazionale delle Ricerche, Neapel): Ihre deutsch-italienische Forschungskooperation untersucht die auch als "Schüttellähmung" bekannte, bisher unheilbare Krankheit Parkinson auf molekularer Ebene. Schuld an deren typischen motorischen Symptomen ist ein Mangel des Botenstoffs Dopamin im Gehirn von Parkinson-Erkrankten. Die beiden Forscher konnten im Labor zeigen, dass zwei Proteine namens Otx2 und Wnt1 den Dopamin-produzierenden Nervenzellen im Gehirn beim Überleben helfen: Ihre erhöhte Freisetzung kann im Laborversuch den vorzeitigen Tod der Dopamin-Zellen verhindern. Diese besondere Eigenschaft von Otx2 und Wnt1 könnte so das Fortschreiten der Parkinson-Krankheit verhindern oder zumindest abmildern - und eröffnet somit eine neue therapeutische Perspektive für die Behandlung dieser Erkrankung.

WZW-Dekan Prof. Alfons Gierl ist stolz auf die zweifache Auszeichnung: "Die Ergebnisse beider Forschergruppen wurden in international renommierten Wissenschaftsjournalen veröffentlicht. Dass erstmals zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen den Preis bekommen haben, passt zur Strategie der Fakultät, Karrierewege von Frauen in der Wissenschaft zu fördern." Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher freut über den neuerlich engen Praxisbezug: "Die Leistungen beider Forschergruppen unterstreichen eindringlich den besonderen Rang, den der Lehr- und Forschungscampus Freising-Weihenstephan in den Lebenswissenschaften genießt. Nach der Eröffnung des Internationalen Getränkewissenschaftlichen Zentrums Weihenstephan heuer im April und des wegweisenden Hans Eisenmann-Zentrums für Agrarwissenschaften jetzt im Juli betont der 'Wissenschaftspreis Weihenstephan der Stadt Freising 2013' Kompetenz und Relevanz der zukunftsweisenden wissenschaftlichen Arbeit am Standort Freising und seine exzellente internationale Vernetzung!"

 

Mehr Information:
Über das Forschungsfeld von Dr. Erika Isono
Über das Forschungsfeld von Dr. Nilima Prakash

Über die Auszeichnung:
Der "Wissenschaftspreis Weihenstephan der Stadt Freising" wird seit 2008 an in den Freisinger Forschungseinrichtungen tätige oder mit diesen wesentlich verbundene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter 45 Jahren verliehen, die in Kooperation mit nationalen oder internationalen Einrichtungen hervorragende wissenschaftliche Forschung betreiben. Er ist als persönlicher Preis mit insgesamt 20.000 Euro dotiert und unterstreicht, dass sich Freising ausdrücklich mit dem Lehr- und Forschungscampus Weihenstephan identifiziert und es als Aufgabe versteht, die Reputation der Stadt als Wissenschafts- und Technologiestandort zu festigen.



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