06.06.2008 11:30 Alter: 10 yrs

Nach 25 Jahren Zusammenarbeit: Tschechische Ehrendoktorwürde für WZW-Forstwissenschaftler

Am 19. Mai 2008 wurde Prof. Hans Pretzsch, Leiter des Lehrstuhls für Waldwachstumskunde der Technischen Universität München, mit der Ehrendoktorwürde der Czech University of Life Sciences (CZU) Prag ausgezeichnet. Die Verleihung erfolgte durch den Rektor, Prof. Jan Hron. Vizerektorin Prof. Ivana Tichá unterstreicht in ihrer Laudatio die Forschungsleistungen von Prof. Pretzsch zu Gesetzmäßigkeiten des Baum- und Bestandeswachstums, Waldwachstumsmodellen, Entscheidungsstützungssystemen und großregionalen Störungen des Waldwachstums.

Feierlicher Augenblick: CZU-Rektor Hron (links) verleiht Pretzsch die Ehrendoktorwürde.

Seit über 25 Jahren pflegt der Ausgezeichnete, der am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TUM forscht und lehrt, enge Kooperation mit der CZU in Prag. Ergebnisse sind gemeinsame Forschungsprojekte und Lehrveranstaltungen, ergebnisreiche Promotions- und Habilitationsverfahren sowie Austausch von Studenten und Praktikanten im Rahmen des Socrates/Erasmus-Programms.

In seiner Dankesrede skizziert Pretzsch die Lage und Perspektiven der Forstwissenschaften an den führenden internationalen Universitäten. Da die forstwissenschaftliche Forschung langfristig und großregional ausgerichtet ist und über kurzfristige finanzielle Interessen weit hinausreicht, entspreche sie nicht dem "Zeitgeist". Deshalb zählen Forstwissenschaftlern an einigen Fakultäten zu den bedrohten Arten. Doch in ihrer über 300jährigen Geschichte wurden die Forstwissenschaften immer wieder von weitsichtiger Politik und Wirtschaft geschätzt und gefördert; unter anderem aufgrund ihres zukunftsweisenden Nachhaltigkeitsdenkens.

Gegenwärtig sind es vor allem drei Entwicklungen, welche die Forstwissenschaften von innen erneuern und erstarken lassen: Der Übergang von lokalen zu globalen wissenschaftlichen Netzwerken, die Wiederentdeckung und Stärkung von Wissensintegration und Systemdenken in der Forstwissenschaften, und schließlich das ausbalancierte Streben nach wissenschaftlicher Evidenz und praktischer Relevanz von Forschungsarbeiten.

Kurzfassung der Rede siehe http://www.wwk.forst.tu-muenchen.de