12.01.2018 11:44 Alter: 9 days

WZW-Neujahrsempfang 2018: Stolz auf Erreichtes, die Zukunft der Fakultät fest im Blick

Am 10. Januar 2018 trafen sich Fakultätsmitglieder und Freunde des Wissenschaftszentrums Weihenstephan (WZW) der Technischen Universität München (TUM) beim traditionellen Neujahrsempfang. Der Dekan des Life Science-Campus der TUM, Prof. Thomas Becker, zog vor vollem Haus eine positive Bilanz seines ersten Amtsjahres 2017. Getreu seinem Motto "gestalten, nicht verwalten" hat er auch für 2018 viele Projekte am Start, um das WZW noch stärker zu machen – nach Innen wie Außen.

Das Kollegium des WZW hat sich erweitert (v.l.n.r.): u.a. um Prof. Jan Baumbach auf dem Lehrstuhl für Experimentelle Bioinformatik , Prof. Caroline Gutjahr an der Professur für Pflanzengenetik sowie Honorarprofessor Dr. Tilman Müller-Stoy. (Foto: Nora Endrich)

Das Kollegium des WZW hat sich erweitert (v.l.n.r.): u.a. um Prof. Jan Baumbach auf dem Lehrstuhl für Experimentelle Bioinformatik , Prof. Caroline Gutjahr an der Professur für Pflanzengenetik sowie Honorarprofessor Dr. Tilman Müller-Stoy. (Foto: Nora Endrich)

Der TUM-Campus Weihenstephan ist in den Worten von WZW-Dekan Prof. Thomas Becker die Seele der Technischen Universität München: Deshalb braut man ein spezielles Jubiläumsbier für die diesjährige 150-Jahr-Feier der Universität, füllt als alkoholfreie Alternative ein Jubiläumswasser (Tafelwasser mit Zusätzen aus der Freisinger Korbiniansquelle) ab und wird auf diese Weise in 2018 bei jeder Feierlichkeit zum 150-jährigen Bestehen der TUM präsent sein. Diese Ankündigung zu Beginn des Neujahrsempfangs machte deutlich: Das WZW will mit Witz und frischen Ideen eine führende Rolle innerhalb und außerhalb der Universität einnehmen, ganz nach dem Motto von Dekan Becker "gestalten, nicht verwalten".

Die Bilanz des ersten vollen Amtsjahres 2017 fällt gut aus: Man habe viele Maßnahmen ergriffen, um im Profil klarer und universitärer zu werden. Zunächst über die Neuberufungen: Prof. Tilman Müller-Stoy (seit 9. März 2017 Honorarprofessor für das Modul "Patente und Marken"), Prof. Thomas Hofmann (seit 15. August 2017 zusätzlich zum Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und molekulare Sensorik auch Direktor des Leibniz-Instituts für Lebensmittelsystembiologie Leibniz-LSB@TUM), Prof. Caroline Gutjahr (seit 1. September 2017 auf der Professur für Pflanzengenetik), Prof. Jakob Burger (seit 1. Oktober 2017 auf dem Lehrstuhl für Chemische und Thermische Verfahrenstechnik am TUM-Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit) sowie Prof. Jan Baumbach (seit 1. Januar 2018 auf dem Lehrstuhl für Experimentelle Bioinformatik).

Profilbildende Erfolge bei Studierenden wie Forschenden

Anschließend zählte Becker stolz die wichtigsten Forschungs-Auszeichnungen 2017 auf: Die Studierenden waren bei der WM der Synthetischen Biologie  wieder sehr erfolgreich – "eine unglaubliche Anstrengung neben dem Studium", so der Dekan. Prof. Bernhard Küster vom Lehrstuhl für Proteomik und Bioanalytik  hat ein TUM-internes Carl von Linde Senior Fellowship erhalten, welches ihm ermöglicht, sich drei Jahre lang ausschließlich der Forschung zu widmen (bei vollem Ersatz in der Lehre), Prof. Dietmar Zehn vom Lehrstuhl für Tierphysiologie und Immunologie hat einen hochdotierten ERC Consolidator Grant beim Europäischen Forschungsrat eingeworben, und auch der Wissenschaftspreis der Stadt Freising 2017 ging an zwei WZW-Tandems. "Solche ganz besonderen Auszeichnungen sind Aushängeschilder, mit denen wir punkten können", lobte der Dekan.

Neue Leitideen für künftige Strukturen und Berufungen am WZW

Dann ging Becker auf strategische Überlegungen ein: Die Fakultät habe sich, nicht zuletzt wegen der Umstrukturierung des früheren Wissenschaftszentrums Straubing zum "TUM Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit", intensiv Gedanken zur eigenen Identität und Positionierung gemacht. Das WZW möchte intern etwa gern verstärkt in sog. Core Facilities investieren, also Dienstleistungszentren für die Forschung, die allen WZW-Professuren offenstehen - "auch wenn die finanzielle Umverteilung nicht allen Professuren gefallen wird" wie Dekan Becker anmerkte. Darüber hinaus strebt man mehr interfakultäre Einheiten innerhalb der TUM an, wobei aber man weiter mit bewährten externen Partnern am Campus Weihenstephan und darüber hinaus zusammenarbeiten will, teilweise in neuer Form.

Bezüglich der Berufungspolitik sagte Becker: "Wir denken nicht in Nachfolgen, wir denken in Themen". Tatsächlich scheiden bis 2026 noch insgesamt 29 Professorinnen und Professoren aus. Gerade erst habe man neun neue Professuren fakultätsseitig auf den Weg gebracht, zwei weitere befänden sich gerade in der Abstimmungsphase. In diesem Zusammenhang verabschiedete der Dekan auch Prof. Hans-Werner Mewes, Ordinarius des Lehrstuhls für Genomorientierte Bioinformatik in den Ruhestand und dankte Prof. Gertrud Buchenrieder für die langjährige kommissarische Leitung des Lehrstuhls für Agrar- und Ernährungswirtschaft.

Weitere Pläne für das neue Jahr: "Möglichkeiten" schaffen!

Neben der Manpower muss auch die Ausstattung passen - in Beckers Worten: "Forschung hat mit Köpfen zu tun, aber auch mit Möglichkeiten". Das WZW wird 2018 deshalb einen Forschungsneubau beim Bund beantragen, das "Center for Systems Life Sciences" für Digitalisierung und Bioinformatik. Im Vorfeld entsteht in Thalhausen ein Neubau für die Tierhaltung, die Planungen zu den vom Landtag genehmigten Baumaßnahmen sind im Gange. Zudem versprach der Dekan personelle Unterstützung für Initiativen einzelner Professuren, die der gesamten Fakultät dienen. Daneben soll ein Gebäude-Umbau das Campus Office noch effizienter machen, zugleich wird der inhaltliche Ausbau dieser Service-Einheit für Studierende vorangetrieben.

Einen großen Wunsch formulierte der Dekan zum Schluss seiner Rede: Die Realisierung eines Kongresszentrums in der Stadt, am besten mit Übernachtungsmöglichkeit. Nicht nur für wissenschaftliche Tagungen wäre eine solche Infrastruktur ideal.

Ehrung für beste Absolventen 2016/17

Freisings OB Tobias Eschenbacher griff diesen Wunsch auf und lobte zugleich die bestehende Zusammenarbeit, vor allem beim neuen Vortragsformat TUM@Freising. Dann zeichnete er die sechs besten WZW-Absolventinnen und Absolventen mit dem "Preis des Oberbürgermeisters der Stadt Freising" aus. Dieser wird jedes Jahr für die jeweils besten Masterarbeiten aller Studienfakultäten vergeben und ist mit je 250 Euro dotiert. Die Sieger im Studienjahr 2016/17 sind Isabel Prater (Agrar- und Gartenbauwissenschaften), Natalie Wossidlo (Biowissenschaften), Anna Scislowski (Brau- und Lebensmitteltechnologie), Stefan Pieczonka (Ernährungswissenschaft), Viktoria Abbt (Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement) sowie Jakob Huber (Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung). Alle Arbeiten wurden mit der Note 1,0 bewertet.

Anschließend kamen die Freunde und Angehörigen des WZW bei jazziger Musikuntermalung, Getränken und Fingerfood miteinander ins Gespräch.