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Mikrobiologische Charakterisierung der Bakterienflora
im Biogasfermenter |
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Im Rahmen von
Forschungs-Verbundprojekten wird die Zusammensetzung der bakteriellen
Mikroflora von Biogasfermentern mit optimaler hydrolytischer
Aktivität für nachwachsende Rohstoffe (Pflanzenfasern)
untersucht. Ziel unserer Arbeitsgruppe ist es dabei, die für
die Hydrolyse besonders der schwer abbaubaren Cellulose notwendigen
Bakterien zu identifizieren, ihr Wachstum und ihre enymatische
Aktivität zu optimieren und Methoden für das Monitoring
dieser Bakterien(gruppen) in Praxisanlagen zu entwickeln. Dazu sollen
zunächst die Bakterien über molekularbiologische Methoden,
also nicht über Kultivierung(!), zu bestimmen. Aus Ähnlichkeiten
mit bekannten cellulolytischen Bakterien wird ein erster Hinweis
auf die an der Cellulolyse beteiligten Bakteriengruppen gewonnen.
Weitere Arbeiten zur Bestimmung der hydrolytischen Bakterien
werden in Zusammenarbeit mit einer Gruppe an der GSF (Dr. M.
Schloter) über DNA/mRNA basierte Methoden mit Micro-Arrays
durchgeführt. Eine Isolierung der hydrolytischen Enzyme
gefolgt von einer MALDI-TOF Bestimmung der Hydrolasen und Datenbankabgleich
mit dem Metagenom vervollständigt diese Analyse. Eine Fortführung
dieses Projektes in veränderter und erweiterter Form ist
auch nach Beendigung der Förderphasen geplant. |
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Isolierung und Charakterisierung extrem-thermophiler,
Cellulose abbauender Bakterien |
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Voruntersuchungen
haben gezeigt, dass es Bakterien gibt, die bei höherer Temperatur,
als bisher angenommen wurde, Cellulose abbauen können. Die
bisher erhaltenen Kulturen sollen gereinigt, neue Rein-Isolate
gewonnen und charakterisiert werden: Taxonomie (PCR und DNA-Sequenzierung
u.a. der 16S-rDNA), Genetik und Biochemie des Cellulose-Abbaus,
und Charakterisierung der beteiligten Enzyme bzw. Enzym-Komplexe.
Einzelne Gene sollen kloniert und in E. coli überexprimiert
werden. Die gereinigten Enzyme sind biochemisch zu charakterisieren:
Aktivitätsspektrum und Produktanalyse. Ein Vergleich mit
den Enzymsystemen von Clostridium thermocellum und Anaerocellum
thermophilum ist angestrebt. Ein Aspekt dieses
Projektes ist die Isolierung von thermophilen Cellulose-abbauenden
Bakterien zur Hydrolyse von lignocellulosehaltiger Biomasse (LCB
wie z.B. Gras) in einem Verbundprojekt mit anderen Lehrstühlen
und mit Industriepartnern. Ein Bezug zur Praxis der Biogas-Produktion
aus Biomasse soll hergestellt werden, wo die Hydrolyse des Substrates
ein absoluter Flaschenhals ist. Diese Arbeiten
werden in mehrere Einzelprojekte aufgeteilt, die sich im Rahmen
von Projektarbeiten beenden lassen. Zu diesem Thema gibt es Pläne
zur Zusammenarbeit mit interessierten Firmen. |
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Aceton-Butanol-Fermentation mit Clostridien
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Die
Aceton-Butanol-Ethanol-Fermentation (ABE) durch Bakterien hat
eine lange Tradition (u.a. 1. Weltkrieg, Weizmann-Prozess). Vor
allem das Butanol hat einen hohen Stellenwert in der derzeitigen
Energiediskussion und einen relativ hohen Marktpreis (u.a. als
Zusatz zum Benzin). Allerdings ist die umweltfreundliche Produktion
aus nachwachsenden Rohstoffen derzeit gegen die Synthese aus
Mineralöl (noch) nicht konkurrenzfähig. Neuere Forschungsanstrengungen
zeigen aber deutlich positive Perspektiven auf, die eine Wiedereinführung
des ABE-Prozesses möglich und erstrebenswert erscheinen
lassen. Auf
der Basis der Genomsequenzen von C. acetobutylicum und
C. beijerinckii, sowie wegen der neuesten Entwicklungen
auf dem Gebiet der Genetik der Clostridien und der Verfahrenstechnik
(u.a. der Reinigungstechnik der Lösungsmittel) soll die
Lösungsmittelproduktion aus lignocellulose-haltiger Biomasse
in eine neue Entwicklungsphase gehen. Vor allem die Konzepte
der Verknüpfung der enzymatischen in-situ-Hydrolyse
mit gleichzeitiger Vergärung sind vielversprechend. Versuche
dazu haben begonnen und sollen im Rahmen von Kurzprojekten weitergeführt
werden. Dabei
werden zunächst neue Bakterienstämme isoliert, die
aus LCB-Materialien Butanol produzieren. Die Stämme sollen
Pflanzenfasern (Cellulose, Hemicellulose, Pectin etc.) hydrolysieren
können. Sie werden isoliert und mit molekularbiologischen
und biochemischen Methoden charakterisiert (Phylogenie, Biochemie,
Genetik). Weitere Untersuchungen und die Beantragung von Projekten
(in internationaler Kooperation mit anderen Instituten) sind
bereits im Gespräch. Es
gibt eine Zusammenarbeit mit der Universidad Nacional de Colombia
in Bogotá und der Russian Academy of Sciences in Moskau,
sowie mit Firmen. |
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In vitro
Darstellung des extracellulären Enzymkomplexes von Clostridium
thermocellum (Cellulosom) als Nanopartikel |
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Das Cellulosom
ist das effektivste Enzymsystem für den Abbau kristalliner
Cellulose, da es durch die Komplexbildung eine hohe lokale Konzentration
der notwendigen Enzyme auf der Substrat-Oberfläche schafft,
was einen ungewöhnlich starken Synergismus-Effekt erzeugt.
Gleichzeitig ist dieser Komplex dadurch ein faszinierendes Forschungsobjekt,
das aber durch die üblichen Methoden von Klonieren, Exprimieren
und in-vitro-Assembly derzeit noch nicht nachzuahmen ist. Deshalb
wird in diesem durch die FNR geförderten Projekt die Komplexbildung
auf Nanopartikeln nachgeahmt, um dadurch Hinweise auf die Funktionsweise
des Synergismus beim Abbau kristalliner Cellulose zu erhalten.
Die soll in einem aktiven Enzymkomplex münden, der in der
Lage ist, Cellulose-Präparationen aus der Aufarbeitung von
Holz zu gewinnen, die bei der Herstellung von Zucker-Lösungen
für die biologische Fermentation von Lösungsmitteln
aus nachwachsenden Rohstoffen eingesetzt werden können.
Kooperation mit der DECHEMA und Firmen. |
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Optimierung
des Biogas-Prozesses durch die Selektion von besser geeigneten
hydrolytischen Bakterien |
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Bei der Fermentation
von pflanzlicher Biomasse in Biogasanlagen ist noch ein großes
ungenutztes Potential zur Verfahrensverbesserung gegeben, besonders
wenn ausschließlich nachwachsende Rohstoffe wie Gras- oder
Maissilage ohne Güllezusatz eingesetzt werden sollen. Besonders
die Verbesserung der Effizienz der Hydrolyse des Pflanzenfaseranteils
(Cellulose und Hemicellulose) birgt noch deutliche Optimierungsmöglichkeiten.
Diese sollen für verschiedene Prozessvarianten durch Selektion
geeigneter Mikroorganismenkulturen, sowie durch Definition optimaler
Hydrolysebedingungen ausgeschöpft werden. Die vielfältigen
Fragestellungen reichen von der Charakterisierung der beteiligten
Enzyme bis hin zur molekularbiologischen Definition der Bakterien
oder der Mitarbeit an der Konstruktion von Mikro-Arrays zur Messung
der Enzymexpression. Hierfür
laufen mehrere Projekte, für die immer wieder Mitarbeiter/innen
mit Biologie-, Mikrobiologie-, Molekularbiologie-, Biotechnologie-,
oder Biochemie-Hintergrund gesucht werden. |
