Projekt: Bewertung der Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Nutzungssysteme in den wechselfeuchten Tropen am Beispiel der Region Malindi, Kenia
Projektpartner: Technische Universität Dortmund, Fakultät Rehabilitationswissenschaften; Schweisfurth Stiftung; Pwani University College Kilifi; Evangelisch-Lutherische Kirche Malindi; NGO „Life Care and Support Kenia“; GTZ Kenia, „Sustainet“; Coast Development Authority, Mombasa
Leitung: Prof. Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen, Dipl. Ing. Max Kainz, Dipl. Ing. agr. Andreas Einwag, M.Sc.
Bearbeitung:
TU München: Dipl. Ing. agr. Andreas Einwag, M.Sc.
Laufzeit: April 2009 – März 2012
Förderung: Technische Universität München, Schweisfurth Stiftung
Kurzbeschreibung
Das Projekt analysiert die agrarischen Landnutzungssysteme in der Region Malindi und nimmt anschließend eine Bewertung der Situation unter Nachhaltigkeitsaspekten vor. Dazu dient ein Indikatorenmodell, welches dort aus Befragungen und Beobachtungen vor Ort in Zusammenarbeit mit einer gemischten Arbeitsgruppe entwickelt wird. Die Arbeitsgruppe setzt sich aus Repräsentanten der Nutzer, Verfügungsberechtigten und Teilhaber von Agrarland zusammen. Dazu zählen Subsistenzbauern, Agrar- und Regierungsbehörden, wissenschaftliche Institutionen, verschiedene NGOs und Vertreter der Zivilgesellschaft.
Hintergrund und Ziele des Forschungsvorhabens
Das tropische Kenia ist von internationaler Nahrungsmittelhilfe abhängig, obwohl es sich bei diesem Land um ein Agrarexportland handelt. Die Ursachen hierfür sind sehr komplex. So wird beispielsweise neben Trinkwasser die ebenso lebensnotwendige Ressource Boden gegenwärtig immer knapper. Dies ist u. a. auf das anhaltende Bevölkerungswachstum und den Verlust von fruchtbarem Boden durch Wassererosion infolge falscher Bewirtschaftungstechnik oder Monokulturanbau zurückzuführen.
Ziel ist es, eine auf Indikatoren basierende Methode zur Analyse und Bewertung der Nachhaltigkeit agrarischen Landmanagements in den Tropen zu entwickeln. Hierzu soll das vom Lehrstuhl mitentwickelte Modell zur Nachhaltigkeitsbewertung landwirtschaftlicher Betriebe in Europa, auf Kenia adaptiert werden. Dabei steht sowohl eine wissenschaftlich-theoretische Analyse und Bewertung (Modell) als auch ein pragmatisch-praktischer entwicklungspolitischer Lösungsansatz (z. B. Erhöhung der Produktivität, Überwindung von Defiziten) im Vordergrund. Dadurch können Strategien entwickelt werden, die einen möglichen und nachhaltigen Ausweg sowohl aus der Hunger- wie auch aus der Armutsfalle aufzeigen. Insgesamt soll das Modell auf die Küstengebiete Kenias bzw. die Ostküste Afrikas anwendbar sein. Im Anschluss an die einjährige Analyse und Bewertung (Phase I) können in Folgeprojekten Wege zur Beseitigung der Defizite und zur Verbesserung der Gesamtsituation erarbeitet werden. Vorhandenes tradiertes Wissen, traditionelle Anbaukulturen und -techniken bilden die Basis für eine weitere Entwicklung. Besondere Beachtung wird dem Ökologischen Landbau und den Agroforstsystemen als möglichen Entwicklungsszenarios eingeräumt. Dies soll Wege aus der wirtschaftlichen wie aus der Bildungsarmut aufzeigen und damit zu einer Erhöhung der Ernährungssouveränität und Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern führen.
Realisierung
Beginn April 2009
Veröffentlichungen