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Informationen
zur Tierhaltung
Aktuelle Situation der Legehennenhaltung in
Deutschland
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Der Bereich
der
Legehennenhaltung befindet sich in Deutschland in einer gravierenden
Umbruchphase. Die Neufassung der Legehennenverordnung zieht praktisch
ein Verbot der klassischen Käfighaltung ab 2007 nach sich. Ab diesem
Zeitpunkt
dürfen Legehennen nur noch in alternativen Haltungssystemen
wie
Boden- und Freilandhaltung bzw. in ausgestalteten Käfigen untergebracht werden. Im Bereich des
Ökologischen Landbaus ist eine Haltung mit
Grünauslauf
bereits grundsätzlich vorgeschrieben. Hier dürfen
vorhandene
Stallungen ohne Grünauslauf als
Übergangslösungen nur
noch bis 2010 genutzt werden.
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| Im
Moment stellt die Käfighaltung mit einem Anteil von fast 80
% (vgl. Abbildung ) die dominierende Haltungsform dar. In Zukunft ist
folglich eine starke Ausweitung der alternativen Haltungssysteme zu
erwarten. |
Quelle: Statistisches Bundesamt 2005
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Die bisher angewandten Systeme der Boden- und
Freilandhaltung sind aber
noch mit vielen Problemen in den Bereichen Tierverhalten und
-gesundheit, Produktqualität, Wirtschaftlichkeit oder
Auswirkungen
auf die Umwelt behaftet. Konkrete Beispiele sind verstärktes
Federpicken und Kannibalismus, Ammoniakemissionen, Belastung der
Freilaufflächen mit Nährstoffen und Parasiten oder
ein
erhöhter Anfall an Schmutzeiern.
Die im Vergleich zur Käfighaltung artgerechteren
Aufstallungssysteme der Boden- und Freilandhaltung sind auch nicht
gleichzusetzen mit niedrigen Bestandesgrößen. So
werden z.B.
in der Freilandhaltung 66 % der Tiere in Beständen von
über
30.000 je Betrieb gehalten. Es zeichnet sich somit auch bei diesen
Haltungsformen eine Tendenz ab, die eine Konzentration der
Legehennenhaltung auf einige wenige Großbetriebe erwarten
läßt.
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Legehennenhaltung
in
Viehhausen
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Seit 1998 wird an der
Versuchsstation
Viehhausen die ökologische
Hennenhaltung in Boden-, seit 2002 zusätzlich in
Freilandhaltung
praktiziert.
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Bodenhaltung
mit überdachtem Auslauf
Zwei Gruppen
mit jeweils 550
Tieren sind in einem nach den
Richtlinien des Ökologischen Landbaues umgebauten
Altgebäude
untergebracht. Die Tiere können sich im gesamten, mit Stroh
eingestreuten Stall frei bewegen, und haben einen überdachten
Auslauf (Kaltscharraum), in dem sie scharren und picken
können.
Die Besatzdichte beträgt ca. 5 Hühner
je m². Da im Ökologischen Landbau in Zukunft
Freilandhaltung
vorgeschrieben ist darf dieser Stall nur noch bis 2010 betrieben
werden.
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Foto: Müller
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Foto: Dinzinger |
Mobiles
Stallsystem zur
Freilandhaltung
Seit dem Juni 2002 ist ein sogenannter "Mobilstall" für 900
Tiere
in Betrieb. Bei dem hier betriebenen System der Freilandhaltung
besitzen die Tiere dauerhaften Zugang zum Grünauslauf. Die
Besatzdichte beträgt 5 Tiere/m², im
Grünauslauf stehen
jeder Henne 4 m² pro Tier zur Verfügung. Um den
Tieren von
Zeit zu Zeit frische Weideflächen anzubieten kann der
komplette
Stall inklusive Einrichtung und Schlechtwetterauslauf verzogen werden.
Eine genauere Beschreibung des Mobilstalls ist im
anschließenden
Text zu finden. |
Weitere
Informationen über Kennzahlen und Leistungsdaten der bisher an
der
Versuchsstation Viehhausen gehaltenen Gruppen stehen im Bereich "Praktische
Landwirtschaft"
zur
Verfügung.
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Forschung
im
Bereich Legehennenhaltung
Als Gegenstand der Forschung im Bereich der
Legehennehaltung werden
folgende
Fragen betrachtet:
- Inwiefern wirken sich die
Haltungsbedingungen
auf die
Tiergesundheit und das Tierverhalten (Federpicken, Kannibalismus) aus?
- Wie lässt sich die Nutzung des
Grünauslaufs
und der
Nährstoffaustrag bei Freilandhaltung beurteilen und
optimieren?
- Wie beeinflussen unterschiedliche
Fütterungsstrategien im
biologischen Betrieb die Legeleistung und die Gesundheit der Tiere?
- Besteht zwischen den verschiedenen
Haltungssystemen
ein
Unterschied bezüglich der Produkthygiene?
- Welchen Einfluß haben Haltung und
Herkunft auf die Legeleistung?
- Ermittlung von Bau- und Haltungskosten sowie
ökonomische Beurteilung unterschiedlicher Verfahren.
Da es zu dem Betriebszweig Legenhennenhaltung im
ökologischen Landbau nur wenige Untersuchungen gibt, besteht
von
Seiten
der Anbauverbände und der Berater im ökologischen
Landbau eine große Nachfrage nach gezielten Untersuchungen
in diesem Bereich.
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1.
Forschungsschwerpunkt
"Naturnahe Haltungssysteme für
Legehennen" (Mobilstall)
Seit Juni 2002 ist an der Versuchsstation
Viehhausen
ein mobiles Stallsystem zur Freilandhaltung von Legehennen in Betrieb.
Mit diesem Mobilstall sollen Antworten auf aktuelle und
zukünftige
Problemstellungen in der Legehennenhaltung gefunden werden.
Durch die Neufassung der Legehennenverordnung und das Verbot der
Käfighaltung ab 2007 ist eine starke Nachfrage nach
geeigneten,
artgerechten Haltungsalternativen zu erwarten. Der hier beschriebene
Mobilstall kann dabei als interessante Alternative im Bereich der
Freilandhaltung betrachtet werden. Mit ihm wird versucht, sowohl den
Belangen des Tierschutzes als auch der Wirtschaftlichkeit gerecht zu
werden.
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Beschreibung
des
Mobilstalls
Bei dem Stallsystem handelt es sich um eine Leichtbau-Konstruktion aus
verzinkten Metallelementen, Seitenwänden aus Sandwich-Paneelen
und
einer isolierten Dachplane. Die gesamte Konstruktion liegt auf zwei
verzinkten Längsträgern auf. Zur Veränderung
des
Standorts wird der Stall mit einem Schlepper, ähnlich einem
Schlitten, auf diesen Trägern verzogen. Das System des mobilen
Stalls wird seit mehreren Jahren erfolgreich in der
Geflügelmast
eingesetzt.
An die Südseite des Mobilstalls schließt sich ein
überdachter Kaltscharraum an, der ebenfalls wie
der Stall bei Bedarf verzogen werden kann. Über den
Kaltscharraum
erfolgt der direkte Zugang zum Grünauslauf. Mit diesem
Übergangsbereich zwischen Stall und
Grünfläche wird bei
schlechten Witterungsbedingungen der direkte Eintrag von feuchten
Bodenpartikeln und Schmutz in den inneren Stallbereich vermindert.
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Montage des Mobilstalls
Foto:
Kimmelmann |
Mobilstall mit Kaltscharraum
Foto: Dinzinger |
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Inneneinrichtung
Den Tieren steht im Stall ohne dem sich anschließenden
Kaltscharraum eine begehbare Fläche von mindestens 180
m² zur
Verfügung. Bei einem Tierbesatz von 900 Tieren
beträgt
die Besatzdichte damit ca. 5,0 Tiere/m².
Um die erforderliche begehbare Fläche zu erreichen, ist in den
Stall eine einstöckige Voliere Marke BOLEG der Firma Rihs-Agro
eingebaut. Die 2 m breite und ca. 17 m lange Konstruktion ist auf zwei
an den Rahmen montierten Stahlträgern befestigt. Die Voliere
besteht aus einer Gitterrostfläche mit darüber
liegenden
Sitzstangen, integrierter Bandfütterung und
Nippeltränken.
Durch ein Kotband unter der Gitterrostfläche wird ein
großer
Teil des Hühnerkots erfasst und zwei mal pro Woche
abtransportiert.
Legenester sind in Form von Gruppennestern in Doppeletagen an einer der
Seitenwände bereitgestellt. Die Nestkästen sind
über
Stützen auf einem der äußeren und einem
weiteren auf
dem Boden aufliegenden Stahlträger befestigt. Mit den
Stützen
können Unebenheiten des Bodens auszugleichen werden. Die Eier
werden über ein elektrisches Eiersammelband erfasst und zu
einem
kleinen abgesperrten Bereich an der Stallfront transportiert.
Die gesamte Stallgrundfläche, inklusive des Bereichs unter der
Voliere und den Nestern ist für die Tiere als potentielle
Scharrfläche zugänglich. Der Stall besitzt keinen
Boden, die
Einstreu wird direkt auf den gewachsenen Untergrund aufgebracht. Da ca.
80% des im Stall anfallenden Hühnerkots durch die
Entmistungsbänder erfasst werden, ist mit keiner starken
Kotbelastung des Scharraums zu rechnen. Der gesamte Stall ist durch
seine wärmegedämmte Außenhülle
gegen
Niederschläge und die Bildung von Kondenswasser
geschützt.
Damit ist eine Entstehung von Sickerwasser und die Verlagerung von
gelösten Nährstoffen, vor allem Nitrat, nicht zu
befürchten.
Der Innenraum ist durch eine Gitterkonstruktion
in zwei gleich grosse Hälften geteilt. Damit können
zwei
Gruppen mit jeweils 450 Tieren für vergleichende
wissenschaftliche
Untersuchungen unter identischen Bedingungen gehalten werden.
Voliere
Foto: Dinzinger |
Legenester
Foto: Dinzinger |
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Auslaufbereich
Als Auslauffläche steht den Tieren ein abgesperrter Bereich
von 50
x 90 m zur Verfügung. Zugang zum Grünauslauf erhalten
die
Tiere über den Kaltscharraum. Bei extremen
Witterungsbedingungen
(Schnee, Dauerregen) wird der Zugang zum Grünauslauf zeitlich
beschränkt oder ganz unterbunden.
Im Grünauslauf sind in regelmäßigen
Abständen
mobile Unterstände für die Tiere bereitgestellt.
Diese dienen
zum einen dem Schutz vor Greifvögeln und Hitze. Zum anderen
bewirken sie eine Strukturierung des Geländes, mit der eine
bessere Verteilung der Tiere im gesamten Auslauf erreicht werden soll.
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Grünauslauf des
Mobilstalls
Foto: Dinzinger
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Versetzen des Mobilstalls
Foto: Dinzinger
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Bewegen des Stalls
Nach dem Ende einer Legeperiode mit einer Dauer
von ca. 11 Monaten wird der Stall von seinem alten Standort entfernt.
Bei trockenem Untergrund reicht dazu ein 120 PS Schlepper, der
den Stall mit Stahlseilen an den vier Längsträgern
zieht.
Im Außenbereich werden auch der Kaltscharraum und die
Futtersilos
an den neuen Standort bewegt.
Die Einstreu und der nicht durch die Kotbänder erfasste Kot
bleiben am alten Standort liegen, und können ohne Probleme mit
einem Frontlader entfernt werden. Je nach Zustand der vorherigen
Stallgrundfläche erfolgen auf dieser Fläche
Bodenbearbeitungsmaßnahmen, sowie eine umgehende Ansaat.
Unter
Umständen bietet sich auch die Einarbeitung von Einstreu und
Kot in den Boden, und eine Nutzung der Fläche durch Getreide
oder
Sonderkulturen an.
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Fazit
Durch das mobile Stallsystem soll die bäuerliche
Hühnerhaltung in tierschutzgerechten Aufstallungssystemen
gestärkt werden. Dies gilt für ökologische
und
integriert wirtschaftende Betriebe gleichermaßen.
Für
kleinere landwirtschaftliche Betriebe kann das mobile Stallsystem bei
vertretbarem Investitionsbedarf eine wichtige Einkommensquelle
darstellen.
Das mobile Stallsystem ermöglicht nicht nur eine rasche
Ausdehnung
tier- und umweltgerechten Hühnerhaltung, sondern
trägt somit
auch der wachsenden Nachfrage im Rahmen der
Regionalvermarktungsinitiative Rechnung.
Weitere Vorteile bietet das mobile Stallsystem in beengter Hoflage,
denn so können trotzdem die geforderten 4 qm Auslauf pro Huhn
realisiert werden.
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Verbundprojekt
"Naturnahe Betriebs- und Haltungssysteme
für
Legehennen"
Seit September 2003 wird am Mobilstall der Versuchsstation Viehhausen
das Verbundprojekt „Naturnahe Betriebs- und Haltungssysteme
für
Legehennen“ durchgeführt. An dem durch das Bayerische
Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz
gefördertem, fächerübergreifendem
Verbundprojekt sind
mehrere Institute der TU München, der LMU München
sowie der
Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) beteiligt.
Untersucht werden dabei verschiedene Themen, wie Tierhygiene und
–gesundheit, Produktqualität, spezielle
Fütterungsstrategien
sowie das Tierverhalten und die Auslaufnutzung.
Teilprojekt
Systembeurteilung, Projektkoordination
Lehrstuhl
für Wirtschaftslehre des Landbaues an der TUM
Prof.
Dr. A.
Heißenhuber, Ludwig Dinzinger
„Gesamtbeurteilung
des Mobilen Haltungssystems für Legehennen“
Gesamtbeurteilung des untersuchten Systems zur Freilandhaltung von
Legehennen:
- Untersuchung der Investitions- und
Produktionskosten sowie Beurteilung der wirtschaftlichen
Aspekte des Systems.
- Ressourcenökonomische Bewertung
des
Haltungssystems.
- Beurteilung der technischen Umsetzung und
Realisierbarkeit des Systems.
- Ermittlung der Aussichten eines
umfangreichen
Einsatzes des Systems in der Praxis.
- Vergleich mit anderen Haltungssystemen,
wie der
ebenfalls an der Versuchsstation durchgeführten Bodenhaltung
sowie
ausgestalteten Käfigen
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Teilprojekt Tierhygiene
und Tiergesundheit 1
Lehrstuhl für Tierschutz, Tierhygiene
und Tierhaltung an der LMU
Prof.
Dr. M. Erhard,
Morana Le
Bris
„Verhalten und
Gesundheit unter
besonderer Berücksichtigung
des Immunsystems bei der Haltung von Legehennen in
alternativen
Haltungssystemen“
In
Freilandhaltung lebende Hennen nutzen ihren angebotenen Auslauf nur,
wenn
dieser mit attraktiven Unterschlupfmöglichkeiten
bestückt ist
und ihnen
ausreichend Deckung vor Feinden (Greifvögel) bietet. Dadurch
wird
das
ursprüngliche Sozialverhalten der Tiere ermöglicht,
sie
können Stress,
Rangkonflikte und deren Folgen leichter vermeiden.
In
diesem Teilprojekt wird an der Versuchsstation Viehhausen eine in zwei
Gruppen
à 450 Tiere aufgeteilte Herde in identisch großen
Ausläufen betrachtet. Dabei
wird eine mit acht Deckungselementen strukturierte
Auslauffläche
mit einer
nicht strukturierten Weide verglichen. Parallel dazu werden die in
einem
Volierestall an der LMU München eingestallten Hennen derselben
Hybridlinie
untersucht. Hier werden die Tiere bei sonst identischen Bedingungen in
unterschiedlicher Besatzdichte (4,5; 9; 13,5; 18 Tiere/m²)
gehalten.
Im
Laufe der Legeperiode werden die Tiere in vielerlei Hinsicht
untersucht:
Besonderen Wert legt die Studie dabei auf das Verhalten, v.a. auf
Federpicken
und Kannibalismus. Regelmäßige Bonitierungen der
Hennen
dienen der Erfassung
sozialer Rangauseinandersetzungen, z.B. Hackwunden und sonstige
Verletzungen.
Der Gesundheitsstatus wird durch physiologische Parameter wie Blutbild,
Ca/P
Verhältnis und Immunglobuline bestimmt, die alle 2 Wochen
über das Eidotter
mittels ELISA getestet werden. In gleichmäßigen
Abständen werden zudem
Kotproben entnommen, und auf Parasiten geprüft. Legeleistung,
Eigewichte, sowie
die Schalendicke und Bruchfestigkeit werden
regelmäßig
begutachtet, nach der
Legeperiode werden Knochendichte und –festigkeit, sowie evtl.
Organveränderungen
erfasst.
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Teilprojekt Tierhygiene
und Tiergesundheit 2
Institut für Physiologie,
Physiologische Chemie und Tierernährung an der LMU
Prof.
Dr.
M. Stangassinger, Prof. Dr. T. Göbel
„Untersuchungen zum
Immunstatus und der immunologischen Belastung von Tieren in
verschiedenen
Haltungssystemen“
Ziel
des
Teilprojektes ist es, Methoden zum Nachweis von Stress- bzw.
Belastungsreaktionen
des Abwehrsystems bei Legehennen zu erarbeiten, mit deren Hilfe die
immunologische Stressreaktion bei Tieren in verschiedenen
Haltungssystemen und
bei Tieren unterschiedlicher Rassen untersucht werden können.
Dabei sollen
nicht-invasive Methoden entwickelt werden, die
routinemäßig
eingesetzt werden
können, um das Wohlbefinden der Tiere zu
überprüfen. Es
handelt sich also
primär um die Methodenentwicklung, zur vergleichenden
Untersuchung
des
Immunstatus und der immunologischen Belastung von Tieren verschiedener
Haltungsformen.
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Teilprojekt Ethologische
Bedingungen naturnaher
Haltungssysteme
Institut für
Landtechnik, Bauwesen und
Umwelttechnik,
Institut
für Tierhaltung und Tierschutz
an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft
Dr. B.
Haydn, Rudolf
Peis, Dr. K.
Reiter
„Akzeptanz
der
Auslaufmöglichkeiten bei
Freilandhaltung“
Ziel
dieses Teilprojektes ist die Erfassung und Untersuchung der Nutzung
verschiedener Bereiche des Grünauslaufes in
Abhängigkeit
verschiedener
Einflussgrößen (Jahreszeit, Tageslänge,
Standort,
Strukturierung des Auslaufs).
In
mehreren Aufzeichungsperioden über zwei Jahre (alle
Jahreszeiten)
werden bei
zwei Herden mit unterschiedlicher Auslaufstrukturierung zeitgleich von
repräsentativen Flächen digitale Bilder in
definierten
Intervallen (z.B. 1
Bild/Minute) erstellt. Hierzu werden vier Digitalkameras in sechs bis
zehn
Meter Höhe montiert und von PC´s gesteuert
ausgelöst
und abgefragt. Die
erstellten hochauflösenden Farbbilder werden
anschließend
von einem Bildanalysesystem
automatisch ausgewertet. Dabei sollen sowohl die Anzahl der
Hühner
als auch
deren Koordinaten bestimmt werden, so dass auch innerhalb des erfassten
Areals
eine Verteilung der Tiere ermittelt werden kann. In
Abhängigkeit
des
Automatisierungsgrades der Tiererkennung bei wechselnden
Umgebungsverhältnissen
wird die Intensität der bildanalytischen Auswertung durch
weitere
Variationen
erhöht.
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Teilprojekt
Produktqualität
Lehrstuhl für Tierhygiene an
der
TUM
Prof.
Dr. J.
Bauer, Eva Maria Schmid
„Vergleichende
Untersuchungen zum bakteriellen Status von Legehennen und Eiern aus
ökologischer
und konventioneller Haltung“
Ziel
ist es, das Vorkommen bakterieller
Zoonoseerreger wie Salmonella Serovaren, Campylobakter-Arten (C. coli,
C
jejuni) und Listeria monocytogenes in verschiedenen Systemen der
Legehennenhaltung zu überprüfen. Dazu werden
Vergleichende
Untersuchungen
an konventionell
und ökologisch
wirtschaftenden Betrieben mit Käfig-, Boden- und
Freilandhaltung
durchgeführt.
Zudem
wird eine Prüfung des Resistenzverhaltens gegenüber
Antibiotika und
eine Beurteilung des Einflusses der Bewirtschaftungsform auf die
Resistenzentwicklung bakterieller Zoonoseerreger angestrebt.
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Forschungsprojekt
"Futterstrategien"
"Fütterungsstrategien
für Legehennen in Haltungssystemen mit Grünbewuchs im
Auslauf"
Parallel
zum Verbundprojekt „Naturnahe Betriebs- und Haltungssysteme
für
Hühner“ wird bereits seit 2002 ein im Rahmen des
Bundesprogramms
„Ökologischer Landbau gefördertes Projekt
des Fachgebiets
für Tierernährung und Leistungsphysiologie
an der TUM (Prof. Dr.
F.X. Roth)
durchgeführt. Zielsetzung
des Forschungsprojektes war es, Fütterungsstrategien
für
Legehennen in mobilen
Haltungssystemen mit Grünbewuchs im Auslauf zu untersuchen, um
Daten zum Leistungsgeschehen
und zur optimalen Rationsgestaltung abzuleiten.
Bisherige
Ergebnisse:
Im
ersten Versuchsabschnitt von Dezember bis März wurde die
Fütterung mit
einem Alleinfutter mit der kombinierten Fütterung bei
Auslaufhaltung
verglichen. Bei der kombinierten Fütterung wurde
Ergänzungsfutter ad libitum
vorgelegt und Weizen auf max. 70 g/Tier/Tag begrenzt. Erfasst wurden
Legeleistung, Futterverzehr, Eiqualität und Klimadaten.
Gegenüber der
Alleinfütterung verbesserte die kombinierte Fütterung
die
Legeleistung
signifikant bei leicht erhöhtem Futterverzehr. Unterschiede in
der
Eiqualität
bestanden nicht. Tiefe Stalltemperaturen waren ohne Einfluss auf die
Legeleistung,
erhöhten aber den Futterverzehr. Im zweiten Versuchsabschnitt
von
April bis
August wurde die Wirkung des Grünbewuchses im Auslauf bei
kombinierter Fütterung
untersucht. Der Grünauslauf führte zu einer
verbesserter
Legeleistung (+3,5%)
bei leicht niedrigerem Futterverzehr (-2,8%). Die Dotterfarbe
der
Eier war
intensiver. Hohe Stalltemperaturen des Jahres 2003 wirkten
sich
ungünstig auf
Legeleistung, Futterverzehr und Körpergewicht der Hennen aus.
|
|
zum Anfang |
2.
Forschungsbereich
Ökonomische Bewertung der
Legehennenhaltung
Produktionskostenvergleich
zwischen einem Ei aus
Käfig- und aus ökologischer Haltung
Aufgrund der Vorschriften der ökologischen
Anbauverbände sind
bei der ökologischen Hühnerhaltung folgende
Mindeststandards
zu berücksichtigen:
Zugelassen sind nur Boden- oder Volierensysteme, bei denen 1/3 der
begehbaren Fläche mit Streumaterial
in Form von Sand, Stroh, Holzspänen eingestreut ist. Pro
qm begehbare Fläche dürfen max. 6 Hennen gehalten
werden. Die
Fläche des integrierten Auslaufs darf mit 100 % angerechnet
werden. Bezogen auf die Stallgrundfläche im Innenbereich
dürfen jedoch maximal zusätzlich drei Tiere pro qm
zusätzlich für die Auslauffläche gehalten
werden.
Zusätzlich
ist ein Grünauslauf von 4 qm je Henne
vorgeschrieben.
Der gesamte Stall muß ausreichend ausgeleuchtet sein, wobei 8
Stunden Nachtruhe ohne Beleuchtung eingehalten werden muß.
Jedem Tier steht eine Sitzstangenlänge von 18 cm zu.
Um den artgerechten Verhaltensweisen der Hühner gerecht zu
werden,
müssen sowohl Nester zur Eiablage als auch eine
Möglichkeit
zum Sandbaden vorhanden sein.
Bei der Fütterung müssen folgende Dinge beachtet
werden: es
darf max. ein Anteil von 20 % konventionell erzeugtem Futter verwendet
werden, außerdem muß ein Getreideanteil von 65 % in
der
Gesamtration enthalten sein.
Daraus ergeben sich für die Berechnung der Futter- und
Haltungskosten folgende Beiträge:
| Produktionskosten in der
Legehennenhaltung (in €) |
|
Käfig
|
ökol. |
|
Marktleistung
|
| Legeleistung, Eier/Henne u. J. |
|
280 |
260 |
|
| Kosten Junghenne, €/St. |
|
3,5 |
6,7 |
| Junghenne pro Ei, Ct./Ei |
|
1,25 |
2,38 |
|
| Futterverbrauch, g/Ei |
|
150 |
170 |
| Futterkosten, €/dt |
|
18 |
41 |
| Futterkosten, €/Henne u.
J. |
|
7,6 |
18,1 |
| Futter pro Ei, Ct./Ei |
|
2,70
|
6,97 |
|
| Sonst. Var, Kosten, €/St.
|
|
1,5 |
1,5 |
| Sonst. Var. Kosten, Ct./Ei |
|
0,54 |
0,58 |
|
| Kosten
Stallgebäude |
|
|
|
| Anschaffungswert, €/Pl. |
|
15,3 |
33,2 |
| Nutzungsdauer, Jahr |
|
10 |
12,5 |
| Abschreibung, % |
|
10,0 |
8,0 |
| Zinssatz, % |
|
6 |
6 |
| Kapitalbindung, % |
|
59,8 |
59,8 |
| Vers., Rep.etc., % |
|
2 |
2 |
| J. Kosten in v.H. des AW |
|
15,6 |
13,6 |
| Jährl. Kosten
Platz, €/Pl. |
|
2,39 |
4,51 |
| Jährl.
Kosten
Platz,
Ct./Ei |
|
0,90 |
1,73 |
|
| Kosten
Einrichtungen,
Geräte |
|
|
|
| Anschaffungswert, €/Pl. |
|
7,5 |
15 |
| Nutzungsdauer, Jahr |
|
7 |
8 |
| Abschreibung, % |
|
14,3 |
12,5 |
| Zinssatz, % |
|
6 |
6 |
| Kapitalbindung, % |
|
60,5 |
60,5 |
| Vers., Rep.etc., % |
|
2 |
2 |
| J. Kosten in v.H. des AW |
|
19,91 |
18,13 |
| Jährl. Kosten
Platz, €/Pl. |
|
1,5 |
52,7 |
| Jährl.
Kosten
Platz,
Ct./Ei |
|
0,54 |
1,05 |
|
| Kosten
Arbeit |
|
|
|
| Arbeitsbedarf, Akh/Henne u. J. |
|
0,2 |
0,5 |
| Lohnansatz, €/Akh |
|
12,8 |
12,8 |
| Arbeitskosten je Henne
u.J., € |
|
2,6 |
6,4 |
| Arbeitskosten, Ct./Ei |
|
0,92
|
2,46 |
|
| Produktionskosten
ohne Vermarktung, Ct./Ei |
|
6,85 |
15,17 |
|
| Kosten
Vermarktung |
|
|
|
| Sortierung, Verpackung, Kennz.,
Ct./Ei |
|
0,10 |
3,50 |
|
| Arbeitsbedarf Vermarktung, Akh/Henne u. J. |
|
0,02 |
0,2 |
| Lohnansatz, €/Akh |
|
12,8 |
12,8 |
| Arbeitskosten je Henne
u.J., € |
|
0,26 |
2,56 |
| Vermarktung Arbeitskosten, Ct./Ei
|
|
0,10 |
0,98 |
|
| Produktionskosten
insg., Ct./Ei |
|
7,05 |
19,63 |
Der Hauptunterschied zu einem in
Käfighaltung
produzierten Ei ergeben sich aus den höheren Futterkosten, der
Mehrarbeit, dem artgerechten Stall und der Einrichtung.
|
|
|
zum Anfang
|
3.
Forschungsbereich
Rassenvergleich
Welche
Rasse eignet sich für Mast- und Legeleistung
gleichermaßen?
Die Anforderungen
an eine möglichst produktive Legehennenhaltung oder
Geflügelmast führten dazu, dass
Hühnerrassen, die
früher als Zweinutzungsgeflügel gehalten wurden,
heute kaum
mehr verbreitet sind. Die Leistungsansprüche konnten nur durch
gezielte Zucht und Selektion erreicht werden. Diese
Höchstleistung
wird vielfach auf Kosten einer artgerechten Tierhaltung und auf Kosten
der Tiergesundheit erreicht. Legerassen sollen möglichst
leicht
sein, um den Erhaltungsbedarf der Tiere zu reduzieren. Bei den
Masthähnchen bleibt das Wachstum des Bewegungsapparates gegen
über dem Muskelfleischansatz zurück. „Es
ist belegt, dass mit
der Leistungssteigerung unter anderem Knochenerweichung ,-
verkrümmungen und – brüche,
erhöhte Morbidität und
Mortalität sowie Verhaltensstörungen (Federpicken,
Kannibalismus, Pulkbildung mit Erdrücken)
einhergehen.“
(ÖKOLOGIE UND LANDBAU 4/98, S.108)
Da sich höchste Mast- und Legeleistung gegenseitig
ausschließen, bedeutet dies in der Praxis, dass die
männlichen Küken der Legerasse nach dem
Schlüpfen getötet werden. Das gleiche Los erwartet
die
weiblichen Küken der Mastrasse.
In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Forschungsinstitut für
biologischen Landbau (FIBL) und der Versuchsstation
Thalhausen der TU München wurden unterschiedliche
Linien im
Hinblick auf ihre Eignung als Zweinutzungsgeflügel untersucht.
In
Viehhausen erfolgte die Leistungsprüfung bezüglich
der
Legeeigenschaften und die Versuchsstation Thalhausen führte
parallel dazu die Mastleistungsprüfung durch.
|
Tetra – H
|
Bovan-Nera
|
Ergebnisse
der
Leistungsprüfung :
Mit 240 Eiern (Tetra H) bzw. 255 (Bovan Nera) Eiern bezogen auf 357
Futtertage, liegen beide Herkünfte auf einem Niveau, das zu
Beginn
des Versuches geringer eingeschätzt wurde. Neben der
Legeleistung
spielten jedoch insbesondere der
Futterverbrauch und die erzielte Sortierung eine entscheidende Rolle.
Hier schnitten die leichten Bovan Nera günstiger ab als die
schweren Tetra- H.
Da für Schlachthühner allenfalls
bei der Direktvermarktung mit einem entsprechenden
Verkaufserlös
kalkuliert werden kann, schneidet die Herkunft Tertra- H aufgrund der
höheren Futterkosten und der geringeren Legeleistung
schlechter ab als die Herkunft Tetra- H.
Unter weitgehend gleichen Umweltbedingungen fiel die Herkunft Bovan
Nera im Vergleich zu Tetra- H durch starkes Federpicken auf. Aus diesem
Grund wurde bei dieser Gruppe eine
Mauser eingeleitet. Fälle von Kannibalismus konnten jedoch
nicht beobachtet werden.
Die Tierverluste waren bei Bovan Nera mit 9,7 % deutlich
größer als bei Tetra- H (6 %). Die Verluste
verteilten sich
bei beiden Gruppen weitgehend gleichmäßig
über die
Legeperiode. Es liegt der Schluß nahe, dass Tertra- H
aufgrund
des höheren Körpergewichtes
widerstandsfähiger ist, als
die leichteren und aggressiveren Bovan Nera.
|
Ausgewählte
Kennzahlen der Zweinutzungsrassen in
Viehhausen
| |
Bovan- Nera |
Tetra-H |
Legeleistung (Eier/Tier)
357 Futtertage |
255 |
240 |
| Legeleistung in % |
67,9 |
63,9 |
Sortierung in %:
XL
L
M
S
sonst. |
3,1
29,7
53,0
7,5
6,7 |
2,7
28,0
53,1
9,9
6,3 |
| g Futter je Tag und Henne |
122,8 |
135,2 |
| g Legemehl je Ei |
171,94 |
201,03 |
| €/ dt Legemehl |
40,48 |
40,48 |
| Futterkosten in Ct. Je Ei |
6,96 |
8,14 |
Futterkosten in € je Henne u.
Legeperiode |
17,75 |
19,54 |
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zum
Anfang
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