09.03.2021 12:29 Alter: 1 year

Komplexe Datenmengen für Forschung und Klinik nutzbar machen – Neue Professur für Computational Mass Spectrometry

Kategorie: Forschung

Ab dem 1. März 2021 ist Mathias Wilhelm als Tenure Track Assistant Professor für „Computational Mass Spectrometry“ an der TUM School of Life Sciences der Technischen Universität München (TUM) tätig. Am Standort Freising-Weihenstephan wird er sich mit der effizienten Auswertung großer Datenmengen beschäftigen.

Prof. Mathias Wilhelm

Prof. Mathias Wilhelm hat die Professur seit 1. März 2021 inne (Foto: Herbert Bungartz).

Erkenntnisse in den Lebenswissenschaften und der Medizin werden zunehmend auf Grundlage massenhaft erhobener molekularer und phänotypischer Daten gewonnen. Die Proteomik umfasst dabei die Erforschung des Proteoms, also der Gesamtheit aller in einer Zelle vorliegenden Proteine und die Metabolomik die Stoffwechseleigenschaften in einer Zelle. Während die Erhebung dieser Daten mithilfe der Massenspektrometrie inzwischen leicht machbar ist, fehlt es bei der Gerätesteuerung und Auswertung der Datenflut jedoch an intelligenten Methoden, diese Prozesse hocheffizient zu gestalten. Die neu geschaffene Professur für Computational Mass Spectrometry soll daher die vorhandene bioinformatische Expertise in den Bereichen Strukturbiologie und Genregulation an der TUM ergänzen.

„Mein Forschungsschwerpunkt ist es, massenspektrometrische Daten langfristig für die wissenschaftliche Gemeinschaft nutzbar und Erkenntnisse daraus für Forschung und Klinik nützlich zu machen“, erklärt Prof. Wilhelm. Forschungsschwerpunkt hierfür sind die Weiterentwicklung von ProteomicsDB, einer Datenbank welche Daten aus vielen Lebenswissenschaften integriert, und der künstlichen Intelligenz Prosit, um die Auswertung und Erhebung massenspektrometrischer Daten zu verbessern. „Langfristiges Ziel ist es, beide Technologien zu integrieren, um eine neue Plattform zu schaffen, mit welcher die Forschenden massenspektrometrische Daten kombiniert auswerten, analysieren und interpretieren können“, so Wilhelm. „Bis heute werden massenspektrometrische Daten weitestgehend isoliert von anderen Experimenten analysiert, die Möglichkeit einer Vernetzung könnte zu einer präziseren und umfangreicheren Auswertung beitragen“, erklärt Wilhelm.

Besondes wichtig ist dabei die fachliche Nähe zum Bayerisches Zentrum für Biomolekulare MassenSpektrometrie (BayBioMS). Das BayBioMS ist eine Wissenschafts- und Technologieplattform der TUM, die modernste Proteomik- und Metabolomik-Werkzeuge für die Anwendung in der Biomedizin, Pflanzen- und Lebensmittelforschung innerhalb der TUM und bei Forschungspartnern außerhalb der Universität bereitstellt. Prof. Wilhelm erfüllt damit auch eine Brückenfunktion zwischen den molekularen Biowissenschaften an der TUM School of Life Sciences sowie den TUM-Fakultäten für Medizin und Informatik.

Mathias Wilhelm ist in Chemnitz geboren und hat „Bioinformatik und Genomforschung“ und „Naturwissenschaftliche Informatik“ an der Universität Bielefeld studiert. Seit 2017 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Proteomik und Bioanalytik an der TUM School of Life Sciences, Freising. Der 36-Jährige arbeitete als Forschungsassistent an der Harvard Medical School in Boston und hatte eine Doktorandenstelle bei SAP inne.

Redaktion:
Susanne Neumann
TUM School of Life Sciences
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail: susanne.neumann[at]tum.de
Tel.: 08161.71.3207

Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Dr. Mathias Wilhelm
TUM School of Life Sciences
Professur für Computational Mass Spectrometry
E-Mail: mathias.wilhelm[at]tum.de
Tel.: 08161.71.4202