15.10.2020 12:08 Alter: 10 days

Bayerische Forschungsstiftung fördert Projekte zur Covid-19-Forschung

Die Technische Universität München (TUM) startet fünf neue Projekte zur Erforschung des Corona-Virus und neuer Wirkstoffe. An zweien der ingesamt fünf Projekte sind Forscherinnen und Forscher der TUM School of Life Sciences beteiligt. Die Bayerische Forschungsstiftung (BFS) fördert die Vorhaben mit rund 1,5 Millionen Euro.

Forschung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu Covid-19.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TUM forschen im Labor und am Computer zur Klassifikation und Therapie von Covid-19.

Mit einem eigenen Förderschwerpunkt will die Bayerische Forschungsstiftung die Forschung zum neuartigen Coronavirus im Freistaat beschleunigen und einen Beitrag zur Eindämmung und Bewältigung der Corona-Pandemie. Fünf interdisziplinäre TUM-Projekte waren im Antragsverfahren erfolgreich und werden nun gefördert, an den folgenden zwei Projekten sind Forscherinnen und Forscher der TUM School of Life Sciences beteiligt.

Screening-Plattform bei viralen Infektionen

Das Erbgut von SARS-CoV-2 besteht aus RNA. Momentan ist nur ein kleiner Bruchteil der Interaktionen zwischen der RNA des SARS-CoV-2-Virus und den Proteinen in den menschlichen Wirtszellen bekannt. Jede für den Virus unentbehrliche Interaktion stellt eine Schwachstelle dar, welche mit einem Medikament gezielt gestört werden könnte. Das Projekt hat zum Ziel, alle menschlichen Proteine zu finden, die mit SARS-CoV-2 RNA interagieren. Im Ergebnis soll eine Screening-Plattform entstehen, die über SARS-CoV-2 hinaus universal bei viralen Infektionen anwendbar ist und eine schnelle und systematische Identifizierung von Zielproteinen für die Entwicklung von Medikamenten ermöglicht.

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Arbeitsgruppe von Prof. Bernhard Küster (Lehrstuhl für Proteomik und Bioanalytik, TUM), der Arbeitsgruppe von Prof. Andreas Pichlmair (Institut für Virologie, TUM) und der Firma OmicScouts GmbH, einem Massenspektrometrie- und Proteomics-Unternehmen mit Schwerpunkt Wirkstoff- und Biomarkerforschung mit Sitz in Freising. Es wird mit 50.000 Euro durch die BFS gefördert.

Neuer Ansatz zur Diagnose von Covid-19

Die Covid-19 Lungenerkrankung verläuft typischerweise in zwei Phasen. Die oft leichteren Symptome innerhalb der ersten Woche liefern dabei keine Hinweise auf eine mögliche spätere klinische Verschlechterung in der zweiten Phase mit der dann notwendigen intensivmedizinischen Behandlung. Daher besteht ein großes Interesse an molekularen Biomarkern, die solche Patienten frühzeitig identifizieren. Ziel des Projektes "Extrazelluläre Vesikel zur Diagnose von Covid-19" ist es deshalb, molekulare Signaturen aus in der Blutbahn zirkulierenden so genannten extrazellulären Vesikeln zu identifizieren. Die Biomarker in den extrazellulären Vesikeln erlauben eine frühzeitige Erkennung der Covid-19 Pneumonie und von Risikopatienten, und zudem liefern sie Hinweise für entzündungsbedingte Gefäßschäden mit Thrombose- und Embolie-Risiko.

An dem Projekt ist die Arbeitsgruppe von Prof. Michael W. Pfaffl vom Lehrstuhl für Tierphysiologie und Immunologie an der TUM School of Life Sciences beteiligt. Die Federführung hat die Ludwig-Maximilians-Universität München. Beteiligt ist außerdem die IMGM Laboratories GmbH in Martinsried. Mit rund 43.000 Euro wird dieses Projekt gefördert.

Redaktion:
Dr. Katharina Baumeister
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